Ein schlechter Geruch ist ein Hinweis auf eine Ursache – Abfluss, Müll, Feuchte, Rauch – und meist ein Signal zum Lüften. Quelle finden und beseitigen, dann mehrmals täglich 5 Minuten stoß- oder querlüften. Raumsprays, Duftkerzen und Diffuser überdecken nur und belasten die Luft zusätzlich; UBA und Verbraucherzentralen raten davon ab.
Grundsatz: beseitigen statt überdecken
Das Umweltbundesamt (UBA) hält Duftstoffe besonders dann für problematisch, wenn sie schlechte Raumluft verdecken sollen – der Geruch ist oft ein Warnsignal, dass dringend gelüftet werden sollte.
Lüften senkt gasförmige Stoffe: nach Kochen, Duschen, Putzen, Rauchen und Kerzenbrennen; allgemein mehrmals täglich mindestens 5 Minuten, am besten Stoß- und Querlüften (gesund.bund.de). Details: Richtig lüften.
Was sich an Staub bindet, entfernt Lüften nicht – regelmäßig feucht Staub wischen (gesund.bund.de; siehe Staub wischen und Allergien).
Schnelldiagnose
Geruch
Wahrscheinliche Quelle
Erste Maßnahme
Kanal-/Faulgeruch aus Waschbecken, Dusche, Bodenablauf
siehe Schaedlinge-in-der-Wohnung</td>
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<blockquote class="warn"><p> <strong>Achtung:</strong> Gasgeruch, Brandgeruch oder Geruch nach verschmortem Kunststoff sind keine Putzfälle – siehe [[[WL:Notfaelle-im-Haushalt und Rauchmelder und Sicherheit im Haushalt.
Abfluss
Selten genutzter Abfluss (Gästebad, Dusche, Bodenablauf im Keller): Der Siphon hält mit seinem Wasserstand Kanalgase zurück; trocknet er aus, steigt der Geruch auf (hausjournal.net; auch CDC: Kanalgase gelangen über ausgetrocknete Geruchsverschlüsse ins Gebäude). Einige Liter Wasser laufen lassen, danach regelmäßig durchspülen – gelegentliches Wasserlaufenlassen hält den Geruchsverschluss feucht (NIOSH). Das UBA rät, selten benutzte Abflüsse regelmäßig zu spülen und abzudecken (dort im Zusammenhang mit Abortfliegen).
Vor dem Urlaub: Abflüsse mit Stopfen verschließen; bei Bodenabläufen bremst etwas Speiseöl auf dem Wasser die Verdunstung (Erfahrungswert).
Beläge im Siphon (Haare, Seife, Fett): Siphon abschrauben und reinigen, heißes Wasser nachgießen – Anleitung und Grenzen (kein kochendes Wasser in Kunststoffrohre) in Abfluss verstopft.
Prüfen, ob der Geruch aus der Zuleitung kommt: Abfluss nach einigen Stunden Pause dicht verschließen, Wasser aufdrehen – riecht es trotzdem, liegt die Ursache in Schlauch oder Leitung (hausjournal.net).
Kommt der Geruch trotz gefülltem, sauberem Siphon wieder, kann die Entlüftung der Hausleitung defekt sein → Vermieter bzw. Sanitärbetrieb (Erfahrungswert; siehe Mieter oder Vermieter – wer ist zuständig?).
Chemische Abflussreiniger helfen gegen Geruch nicht dauerhaft und sind laut Verbraucherzentrale und UBA zu vermeiden (Details in Abfluss verstopft).
Mülleimer und Biomüll
Biomüll in der Küche (Verbraucherzentrale):
Sammelgefäß bei überwiegend feuchten Abfällen mit Zeitungspapier auslegen – bindet Feuchtigkeit; reißfeste Papiertüten für Biomüll sind ebenfalls geeignet.
„Kompostierbare“ Plastiktüten nur, wenn die Kommune sie ausdrücklich erlaubt (meist nicht; siehe Mülltrennung).
Gefäß regelmäßig mit Wasser ausspülen und trocknen; im Haus fliegensicher abdecken.
Leerintervall: das UBA empfiehlt gegen Fruchtfliegen, Kompostgefäße am besten täglich zu leeren; im Sommer mindestens alle 2–3 Tage (Erfahrungswert).
Biotonne draußen (Verbraucherzentrale): kühler, schattiger Standort – Gärung riecht vor allem bei Wärme; wenn möglich wöchentliche Leerung bestellen; feuchte und trockene Abfälle abwechselnd einfüllen; gekochte Reste und Fett im Zweifel weglassen; Deckel muss dicht schließen. Maden sind ein ästhetisches, kein gesundheitliches Problem; eine dünne Schicht Erde hält sie in der Tonne. Keine Insektizide – sie vergiften den Kompost.
Restmülleimer: nach dem Leeren mit warmem Wasser (und etwas Essig) auswaschen und offen trocknen lassen; etwas Natron oder Backpulver auf den Boden unter den neuen Beutel bindet Gerüche von austretender Flüssigkeit (Utopia).
Kühlschrank
Ausführlich in Kühlschrank reinigen und abtauen: verdorbene Lebensmittel aussortieren, Innenraum reinigen, Tauwasserablauf an der Rückwand frei machen (sonst sammelt sich Wasser unter dem Gemüsefach und riecht), stark riechende Lebensmittel verschlossen lagern. Geruchsbinder wie eine Schale Natron oder Kaffeepulver helfen nur nach der Reinigung.
Kochgeruch und Rauch
Kochen:
Mit Deckel kochen, Dunstabzug schon vor dem Kochen einschalten und einige Minuten nachlaufen lassen (Erfahrungswert); Fettfilter regelmäßig reinigen, bei Umluft Aktivkohlefilter nach Herstellerangabe wechseln – siehe Mikrowelle, Kochfeld und Dunstabzugshaube reinigen.
Nach dem Kochen lüften (gesund.bund.de). Beim Kochen entstehen auch Schadstoffe, besonders beim Kochen mit Gas.
Tabakrauch gehört zu den gefährlichsten Luftverunreinigungen in Innenräumen und ist eine Quelle u. a. für Formaldehyd (gesund.bund.de). Wirksamste Maßnahme: nicht in der Wohnung rauchen.
Wird doch drinnen geraucht: nur bei offenem Fenster, Aschenbecher sofort leeren und draußen aufbewahren, mehrmals täglich stoßlüften (Utopia). Das mindert den Geruch, schützt Mitbewohner aber nicht: Laut WHO entfernen Lüften, Klimaanlage oder Rauchen am offenen Fenster bzw. auf dem Balkon den Passivrauch nicht – Lüftungsanlagen können ihn sogar im Gebäude verteilen.
Rauchpartikel lagern sich an Wänden, Möbeln und Kleidung ab (Utopia). Diese Rückstände heißen „Thirdhand Smoke“ (kalter Rauch): Schadstoffe, die nach dem Ausdrücken der Zigarette in Staub und auf Oberflächen wie Teppichen, Möbeln, Spielzeug und Vorhängen bleiben; krabbelnde Babys und Kleinkinder, die Dinge in den Mund nehmen, kommen besonders mit ihnen in Kontakt (WHO; EPA). Auch auf dem Balkon bleiben sie haften und werden in die Wohnung getragen (WHO). Daher: Vorhänge, Kissenbezüge und Decken waschen, harte Flächen feucht abwischen. Polster und Teppiche nehmen Geruch besonders tief auf; bei starkem Befall bleibt oft nur professionelle Reinigung oder Austausch (Erfahrungswert).
Vergilbte Wände: Normale Dispersionsfarbe deckt Nikotin oft nicht ab, es schlägt durch; dafür gibt es Isolier- bzw. Nikotinsperrfarben; vorher Wände, Sockelleisten und Ecken gründlich reinigen (hausjournal.net). In Mietwohnungen vor dem Auszug klären, ob Schönheitsreparaturen fällig sind (Mieter oder Vermieter – wer ist zuständig?).
Achtung: Keine Ozongeräte („Ozongeneratoren“, als Luftreiniger oder Geruchsentferner verkauft) in bewohnten Räumen betreiben. Laut US-Umweltbehörde EPA entfernt Ozon in gesundheitlich unbedenklicher Konzentration kaum Schadstoffe und viele Geruchsstoffe nicht; Gerüche werden teils nur überdeckt. Auch bei Betrieb nach Herstellerangabe können Werte über den Gesundheitsgrenzwerten entstehen; Ozon reizt die Lunge und kann chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlimmern. Auch Ionisatoren und manche anderen elektronischen Luftreiniger erzeugen Ozon (EPA). Hochdosierte Ozonbehandlung (z. B. nach Bränden) ist Sache von Fachbetrieben in leeren Räumen.
Muffiger Geruch und Feuchte
Muffig-modriger Geruch deutet auf zu hohe Luftfeuchte oder verdeckten Schimmel hin (Erfahrungswert). Ein Thermo-Hygrometer klärt das: Ziel 40–60 % relative Luftfeuchte. Vorgehen und Grenzwerte in Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen.
Typische Stellen: hinter Schränken an Außenwänden, Silikonfugen, Waschmaschinentür und Einspülkasten (Waschmaschine reinigen), feucht gelagerte Wäsche, Keller.
Muffige Textilien im Schrank: Schrank lüften, nur trockene Wäsche einräumen (Wäsche falten und lagern).
Raumduft, Duftkerzen und Diffuser – kritisch betrachtet
Produkt
Problem
Quelle
Raumspray, Duftstecker
überdecken Gerüche, belasten Luft mit zusätzlichen Chemikalien
Verbraucherzentrale NRW
Duftkerzen
höheres Allergierisiko; mehr PAK und Feinstaub als Kerzen ohne Duft (Fraunhofer-WKI-Studie); nur 26 allergene Duftstoffe kennzeichnungspflichtig, Moschusverbindungen nicht erkennbar
Verbraucherzentrale
Kerzen allgemein
können Blei, Nickel, allergene Duftstoffe und VOC freisetzen; Duftstoffe haben in Kerzen keine technische Funktion
BfR (2013)
Duftöle, Duftlampen
können Kontaktallergien auslösen, Atemwege reizen; v. a. Asthmatiker sollten verzichten
Stiftung Warentest (2013)
Aroma-Diffuser
Duftstoffe können allergen sein – natürliche ätherische Öle ebenso wie synthetische; Restwasser im Tank verkeimt
Verbraucherzentrale NRW, Utopia
Empfehlungen:
Auf Raumduftsprays verzichten und stattdessen lüften (Verbraucherzentrale NRW). Duftstoffe sparsam oder gar nicht verwenden; wer sie nicht verträgt, auf „ohne Duftstoffe“ achten (UBA).
Kerzen ohne Duft bevorzugen; Docht vor jedem Anzünden auf höchstens 1 cm kürzen, Zugluft vermeiden (flackernde Flamme setzt mehr Formaldehyd, PAK und Ruß frei), zum Löschen den Docht ins flüssige Wachs tauchen (Verbraucherzentrale). Nach dem Abbrennen lüften (gesund.bund.de).
Ätherische Öle nicht in Gegenwart von Babys und Kleinkindern verdampfen; einige Öle (z. B. Teebaumöl, Nelke, Zimt) sind für Katzen problematisch (Utopia; siehe Haustiere im Haushalt).
Diffuser nach jedem Gebrauch leeren, ausspülen, trocknen (Utopia nach Aktion Das sichere Haus).
Achtung: Menschen mit Asthma, Allergien oder Duftstoffunverträglichkeit, Schwangere und Kleinkinder sollten duftfreie Produkte wählen (Verbraucherzentrale: Kerzen ohne Duft sind die sicherere Wahl; Stiftung Warentest: Asthmatiker sollten auf Parfümwolken verzichten). Beschwerden wie Kopfschmerzen oder gereizte Atemwege sind ein Grund, das Produkt wegzulassen (Erfahrungswert).
Häufige Fehler
Geruch mit Raumspray „wegsprühen“, ohne die Quelle zu suchen.
Biomüll tagelang in warmer Küche stehen lassen.
Selten genutzte Dusche wochenlang nicht spülen.
Nach dem Kochen Fenster zu, weil es draußen kalt ist – Stoßlüften dauert nur wenige Minuten.
Muffigen Geruch ignorieren statt die Luftfeuchte zu messen.
Schuhe direkt nach dem Sport in den geschlossenen Schrank stellen.