Wäsche

Wäsche an der Luft trocknen

Mit Abschnitt „Nur Deutschland“27 Quellen
Kurz gesagt

Wäsche sofort nach dem Waschen ausschütteln, glattziehen und mit Abstand aufhängen. Eine Maschinenladung gibt rund 2,5–4 Liter Wasser an die Raumluft ab – am besten draußen oder im Trockenraum trocknen; drinnen nur mit häufigem Stoßlüften und einer Luftfeuchte von 40–60 %.

Drinnen oder draußen?

Draußen (Balkon, Garten) Drinnen
Vorteile kostenlos, keine Feuchte in der Wohnung, Wind macht Wäsche weich wetterunabhängig, kein Pollenflug, kein Ausbleichen
Nachteile Pollen (Pollenallergiker sollten in der Flugsaison „ihrer“ Pollen nicht draußen trocknen – Forum Waschen), Sonne bleicht dunkle Farben, Wetter Feuchtigkeit → Schimmelrisiko, Lüftungs- und ggf. Heizbedarf
Tipp auch im Winter möglich: Wasser gefriert und sublimiert, Wäsche wird trocken, nur langsamer (Erfahrungswert) gut lüftbarer Raum, Tür zu, häufig stoßlüften

Das Umweltbundesamt rät grundsätzlich: Wäsche nach Möglichkeit nicht in der Wohnung trocknen; vorhandene Wäscheplätze oder Trockenräume nutzen. Laut Forum Waschen ist Trocknen im Freien die energiesparendste Variante, gefolgt vom unbeheizten Trockenraum.

Dunkle und empfindliche Teile nicht in die pralle Sonne hängen (Pflegesymbol „im Schatten trocknen", siehe Pflegesymbole (GINETEX) erklärt); Seide laut Forum Waschen fern von direkter Hitze- oder Sonneneinstrahlung trocknen. Weiße Baumwolle verträgt Sonne gut (Erfahrungswert).

Richtig aufhängen – weniger Falten

  1. Sofort aus der Maschine nehmen: Falten in nasser Wäsche setzen sich beim Trocknen fest.
  2. Schleuderzahl passend wählen: Etwa 800–1000 U/min für Hemden und Blusen: Die Wäsche bleibt feuchter, Falten hängen sich leichter aus (Erfahrungswert). Für Handtücher und Bettwäsche höher schleudern – das verkürzt die Trockenzeit.
  3. Kräftig ausschütteln, Ecken und Säume in Form ziehen, Falten mit den Händen glatt streichen.
  4. Hemden und Blusen direkt auf Kleiderbügel hängen, obersten Knopf schließen bzw. Kragen in Form legen, Knopfleiste glattziehen. So entfällt oft das Bügeln (siehe Bügeln).
  5. T-Shirts über die Leine legen (Saum über Leine) oder auf Bügel; nicht an den Schultern klammern – gibt Beulen.
  6. Hosen an den Beinsäumen kopfüber aufhängen, Jeans auf links.
  7. Strick und Wolle liegend trocknen (auf Handtuch oder Liegegitter), direkt nach dem Waschen in Form ziehen – hängend leiern sie aus (Forum Waschen).
  8. Bettwäsche und große Teile an mehreren Punkten befestigen, über zwei Leinen hängen, damit Luft durchkommt.
  9. Wäscheklammern ohne scharfe Kanten an stabilen Stellen (Bund, Saum, Naht) setzen.
  10. Abstand lassen: Teile nicht überlappen – Luft muss zirkulieren.
  11. Dunkles auf links drehen.

Schimmelgefahr in der Wohnung

Nach dem Schleudern bei 1400 U/min stecken laut Forum Waschen noch rund 0,5 Liter Wasser in jedem Kilogramm Wäsche (Restfeuchte ca. 50 %), bei 1000 U/min rund 0,6 Liter (ca. 60 %). Eine Ladung von 5–7 kg gibt also etwa 2,5–4 Liter Wasser an die Raumluft ab. Zum Vergleich: In einem 4-Personen-Haushalt müssen insgesamt täglich bis zu 12 Liter Feuchtigkeit abgelüftet werden (co2online). Kühle Flächen (Außenwände, Raumecken, hinter Möbeln) sind besonders gefährdet: Dort kondensiert die Feuchte und Schimmel kann wachsen (Umweltbundesamt).

Richtwerte:

Messgröße Zielwert
Relative Luftfeuchte 40–60 % (Umweltbundesamt); über 60 % lüften
Stoßlüften UBA: in der kalten Jahreszeit 2–3× täglich ca. 5 Minuten pro Raum mit weit geöffnetem Fenster, im Sommer 10–20 Minuten; co2online: 2–4× täglich 5–10 Minuten. Beim Wäschetrocknen häufiger lüften (UBA, co2online, Deutscher Mieterbund)

Ein Hygrometer zeigt, ob gelüftet werden muss (co2online).

So geht es richtig

  1. Raum wählen: Hier setzen die Quellen unterschiedliche Schwerpunkte. Die Verbraucherzentrale verlangt beim Trocknen in der Wohnung, ausreichend zu lüften und zu heizen, damit kein Schimmel entsteht. Forum Waschen empfiehlt aus Energiesicht einen unbeheizten, gut gelüfteten Raum (oder den Trockner): In einem beheizten Raum werde meist mehr Energie verbraucht als in einem Wäschetrockner. Utopia empfiehlt dagegen einen möglichst großen, beheizten und gut lüftbaren Raum (Wäsche trocknet schneller), räumt aber ein, dass Heizen und häufiges Lüften im Winter in Summe mehr Energie kosten können als ein moderner Trockner. Praxis: gut gelüfteter Raum, nicht im kalten, ungelüfteten Schlafzimmer oder Keller.
  2. Ständer nicht direkt an die Wand oder vor einen Schrank stellen (Utopia); Außenwände sind laut UBA typische Kondensationsflächen.
  3. Stoßlüften statt Kippfenster: Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wand am Fenster aus, bringen kaum Luftaustausch und begünstigen Schimmel (UBA, co2online).
  4. Tür zum Rest der Wohnung geschlossen halten, damit sich die Feuchte nicht verteilt (co2online, Deutscher Mieterbund).
  5. Hoch schleudern (1200–1400 U/min, sofern das Etikett es zulässt) – weniger Wasser in der Luft. Laut Umweltbundesamt braucht es hundertmal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu entfernen als durch Schleudern.
  6. Ggf. Ventilator oder Luftentfeuchter einsetzen – Luftbewegung beschleunigt das Trocknen (co2online); ständiger Luftzug beugt zudem harter, „trockenstarrer“ Wäsche vor (Forum Waschen).

Ausführlich: Richtig lüften, Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen.

Heizung als Trockenhilfe?

  • Nicht direkt auf den Heizkörper legen: Unter den Textilien staut sich die Wärme und verteilt sich nicht im Raum; zugleich steigt die Luftfeuchte – im Winter ein Nährboden für Schimmel (Utopia). Heizkörper sollten generell frei stehen (Utopia).
  • Besser: Wäsche in die Nähe des Heizkörpers hängen, dort trocknet sie schneller (Utopia).
  • Heizkörper-Wäschehalter nur für einzelne Kleinteile (Erfahrungswert).

Achtung: Kleidung nie direkt auf den Heizkörper legen – sie kann zu brennen beginnen (Utopia). Erst recht nichts auf Öfen, Heizlüfter, Infrarot-Heizpaneele oder Nachtspeicheröfen legen bzw. hängen und Abstand zu Kaminen und Heizstrahlern halten (Erfahrungswert).

Wäscheständer – welche Typen?

Übersicht nach Erfahrungswerten (keine geprüfte Quelle). Laut Utopia gilt für jeden Ständer: Wäsche locker und mit viel Abstand aufhängen, ggf. eine Leine freilassen, große Teile wie Bettwäsche über einen eigenen Ständer legen.

Typ Für wen Hinweis
Flügelwäscheständer Standard, ca. 18–20 m Leine stabil, platzsparend zusammenklappbar
Turm-/Etagenständer kleine Wohnungen viel Leine auf wenig Grundfläche, Luft zirkuliert schlechter
Liegeständer/Netzgitter Wolle, Strick für liegendes Trocknen
Deckenlift / Wandtrockner Bad, Waschküche nutzt warme Luft oben im Raum
Wäschespinne Garten große Kapazität, windfest einbetonieren/Bodenhülse

In der Mietwohnung

Ob man in der Wohnung oder auf dem Balkon Wäsche trocknen darf, regeln Mietvertrag, Hausordnung und örtliches Recht; im Zweifel nachlesen oder beim Vermieter fragen. Wer in der Wohnung trocknet, sollte ausreichend lüften und heizen, damit kein Schimmel entsteht. Rechtslage in Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland.

Häufige Fehler

  • Wäsche stundenlang in der Trommel liegen lassen → muffiger Geruch (siehe Waschmaschine – Probleme und Lösungen).
  • Dauerhaft gekipptes Fenster statt Stoßlüften.
  • Trocknen im kalten Schlafzimmer oder Keller ohne Lüftung.
  • Zu dicht hängen → Wäsche bleibt lange feucht und riecht.
  • Strickpullover auf die Leine hängen → leiert aus.

Alternative: Wäschetrockner richtig nutzen.

Nur Deutschland

Gilt nur für Deutschland bzw. hängt von Ort, Mietvertrag oder Gemeinde ab. Im Ausland die örtlichen Regeln prüfen.

Mietrecht in Kürze

Laut Verbraucherzentrale dürfen Mieter Kleinwäsche in der Wohnung oder auf dem Balkon zum Trocknen aufhängen; größere Wäschestücke (z. B. Bettwäsche, große Handtücher) gehören dagegen in Trockenkeller oder Speicher. Wer in der Wohnung trocknet, muss ausreichend lüften und heizen, damit kein Schimmel entsteht. Fehlt ein Trockenraum, rät der Deutsche Mieterbund, das Zimmer mit der Wäsche öfter zu lüften. Ein pauschales Verbot des Wäschetrocknens in der Wohnung im Mietvertrag ist laut Stiftung Warentest in der Regel unwirksam, solange keine Gefahr für die Mietsache (Schimmel, Feuchteschäden) ausgeht – jedenfalls, wenn der Vermieter keine andere Trockenmöglichkeit bietet (LG Düsseldorf, Az. 21 T 38/08; AG Wiesbaden); rechtlich ist aber noch vieles ungeklärt. Auf dem Balkon gilt: Die Nutzung ist grundsätzlich frei, endet aber dort, wo berechtigte Interessen der Nachbarschaft beeinträchtigt werden (Deutscher Mieterbund). Laut Haus & Grund lässt sich Wäschetrocknen auf dem Balkon grundsätzlich nicht verbieten, selbst wenn ein Trockenraum vorhanden ist – zumindest für Teile deutlich kleiner als ein Bettlaken.

Quellen 27

Nicht geprüft (Seite nicht erreichbar):