Küche

Töpfe, Pfannen, Bretter und Messer pflegen

22 Quellen
Kurz gesagt

Beschichtete Pfannen nie leer hoch erhitzen (PTFE zersetzt sich ab ca. 360 °C), keine Metallwender, möglichst von Hand spülen. Edelstahl verträgt fast alles; Salz erst ins kochende Wasser geben. Gusseisen und Eisenpfannen brauchen eine eingebrannte Patina, kein Spülmittelbad und keine Spülmaschine. Holzbretter von Hand spülen und gelegentlich ölen. Gute Messer von Hand spülen, regelmäßig abziehen und geschützt lagern.

Beschichtete Pfannen (PTFE/„Teflon“, Keramik)

Regel Warum
Nie ohne Inhalt hoch erhitzen; Herstellergrenze beachten (PTFE-Pfannen meist 230–260 °C laut Anleitung – Verbraucherzentrale) PTFE zersetzt sich ab ca. 360 °C und gibt ohne sichtbaren Rauch gesundheitsschädliche Dämpfe ab (BfR). Eine leere Pfanne kann auf modernen Herden schon nach 2–5 Minuten über 360 °C kommen (Verbraucherzentrale). Mit Wasser oder wasserhaltigen Speisen steigt die Temperatur kaum über 100 °C (BfR)
Mittlere Hitze, etwas raffiniertes Öl (Raps, Sonnenblume) oder Margarine – kein natives Olivenöl in Keramikpfannen (Stiftung Warentest) genügt dank Antihaftwirkung; zum scharfen Anbraten besser Edelstahl, Eisen oder Gusseisen (Stiftung Warentest)
Wender aus Hartholz (Verbraucherzentrale: für alle Pfannen ideal); Silikon/Polyamid nicht bei sehr hoher Hitze Metall zerkratzt die Beschichtung; Edelstahlwender nur für unbeschichtete Pfannen (Verbraucherzentrale)
Möglichst von Hand spülen, weicher Schwamm Spülmaschinenreiniger und Zusammenstoßen mit anderem Geschirr verkürzen die Lebensdauer (Erfahrungswert; Stiftung Warentest: Stöße schaden der Beschichtung). Die Verbraucherzentrale hält PTFE-Pfannen ohne Aluminiumboden dagegen für spülmaschinengeeignet. „Spülmaschinenfest“ heißt nach DIN zertifiziert, „spülmaschinengeeignet“ ist nicht definiert (Verbraucherzentrale)
Heiße Pfanne nicht mit kaltem Wasser abschrecken Boden kann sich verziehen
Nicht stapeln oder Schutzvlies dazwischen Kratzer
Kein Schneiden in der Pfanne Kratzer

Austauschen, wenn die Beschichtung zerkratzt ist, sich ablöst oder nicht mehr antihaftet. Bei schonendem Umgang hält eine Beschichtung mehrere Jahre; Überhitzen, Kratzer, natives Olivenöl und stehengelassene saure Speisen verkürzen sie (Stiftung Warentest).

Achtung: Überhitzte PTFE-Pfannen setzen giftige Gase frei, die beim Menschen grippeähnliche Symptome auslösen und für Vögel (z. B. Wellensittiche) tödlich sein können (Verbraucherzentrale). Pfanne nie leer auf voller Leistung stehen lassen – besondere Vorsicht bei Induktions- und Gasherden (BfR); auf Induktion höchstens zwei Drittel der Leistung, keine Booster-Stufe (Verbraucherzentrale). Rauch oder Brandgeruch des Öls sind Warnsignale (BfR). Bei bestimmungsgemäßer Nutzung sind laut BfR keine Gesundheitsbeeinträchtigungen zu erwarten; die Verbraucherzentrale rät wegen der Umweltbelastung durch PFAS eher zu Edelstahl, Eisen oder Keramik.

Keramikbeschichtung: PFAS-frei, verträgt höhere Temperaturen, verliert die Antihaftwirkung aber ebenfalls mit der Zeit (Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest). Nennt der Hersteller eine Höchsttemperatur von 260 °C, ist es wahrscheinlich keine reine Keramikbeschichtung (Verbraucherzentrale). Ebenfalls schonend spülen, kein Spray-Öl (verklebt – Erfahrungswert).

Edelstahl-Töpfe und -Pfannen

  • Spülmaschinenfest – lässt sich problemlos in der Spülmaschine reinigen (Verbraucherzentrale), Handspülen schont den Glanz. Edelstahl ist am langlebigsten (Verbraucherzentrale). Modelle mit Kapselboden (Aluminium- oder Kupferkern) vertragen Temperaturschocks weniger gut (Verbraucherzentrale).
  • Salz erst ins kochende Wasser geben und umrühren – Salz in kaltem Wasser setzt sich am Topfboden ab und kann Flecken bzw. Verfärbungen hinterlassen (Öko-Test, Zwilling) und die Passivschicht durchdringen – das verstärkt Korrosion (Lochfraß, kleine Punkte; Hausjournal).
  • Angebranntes: Boden mit Wasser bedecken, 1–2 EL Natron dazu, aufkochen, 10–15 Minuten köcheln, abkühlen lassen, dann mit Bürste lösen (Erfahrungswert).
  • Regenbogenverfärbungen, weiße Kalkflecken: mit Edelstahlreiniger, Zitronensaft oder Essig entfernen (Zwilling); Verkrustetes: Wasser und Essig 3:1 im Topf kurz aufkochen (Zwilling). Säurehaltige Lebensmittel nicht länger im Topf aufbewahren (Zwilling).
  • Anbraten ohne Ankleben: Pfanne vorheizen, bis ein Wassertropfen tanzt statt sofort zu verdampfen (Wassertropfen-Test – Verbraucherzentrale), dann wenig Fett, dann Bratgut; Fleisch erst wenden, wenn es sich von selbst löst (Erfahrungswert).
  • Stahlwolle nur bei hartnäckigen Fällen, bei poliertem Stahl lieber Edelstahlpflege oder Scheuermilch sparsam in Schliffrichtung.

Gusseisen und Eisen-/Schmiedeeisenpfannen

Einbrennen (bei neuer oder entrosteter Pfanne)

  1. Neue Pfanne heiß spülen (Schutzwachs/Öl der Produktion entfernen; bei „vorgeölten“ Pfannen Herstellerangabe beachten), gründlich trocknen – am besten kurz auf dem Herd erhitzen.
  2. Hauchdünn mit hitzestabilem Öl einreiben (z. B. Raps-, Erdnuss- oder Sonnenblumenöl, raffiniert) – innen, außen, Griff. Überschuss mit Küchenpapier wieder abwischen, bis die Pfanne fast trocken aussieht (zu viel Öl wird klebrig).
  3. Im Backofen bei 250 °C Ober-/Unterhitze kopfüber auf dem Rost (Blech mit Alufolie oder Backpapier darunter) 1 Stunde einbrennen, im Ofen abkühlen lassen (Utopia). Nur Pfannen ohne Holz- oder Kunststoffgriff in den Ofen. Alternativ auf dem Herd erhitzen, bis das Öl raucht; nach etwa 5–10 Minuten nimmt der Rauch ab, dann abkühlen lassen und den Vorgang drei- bis fünfmal wiederholen (Zwilling; Utopia: je nach Methode bis zu sechsmal). Dunstabzug an, lüften.
  4. 2–3× wiederholen für eine stabile dunkle Patina.

Bei unbehandelten Eisenpfannen (Schmiedeeisen, Blaublech) funktioniert es ähnlich, oft auf dem Herd mit Öl und Salz/Kartoffelschalen nach Herstellerangabe. Manche Pfannen werden voreingebrannt verkauft (Stiftung Warentest).

Temperatur und Dauer nach Utopia, Herdmethode nach Zwilling. Ölwahl – Sichtweisen gehen auseinander: Zwilling hält fast jedes Öl für geeignet (Sonnenblumen-, Lein-, Distel-, Rapsöl); Utopia empfiehlt gerade Öle mit niedrigem Rauchpunkt (Leinöl, unraffiniertes Sonnenblumenöl), weil das Öl beim Einbrennen rauchen und sich zersetzen soll; die Angabe „raffiniertes, hitzestabiles Öl“ in Schritt 2 ist ein Erfahrungswert. Belegt ist: Eisenpfannen haben anfangs keine Antihaftwirkung und müssen eingebrannt werden; die entstehende Patina wirkt als natürliche Antihaftschicht (Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest). Beim Einbrennen entstehen gesundheitlich bedenkliche Fettzersetzungsprodukte wie Acrolein (Verbraucherzentrale) – daher gut lüften und Dunstabzug einschalten.

Pflege im Alltag

  • Nach Gebrauch nur auswischen und neu einölen (Verbraucherzentrale); Stiftung Warentest: Gusseisen nur mit Wasser reinigen. Also kein Spülmittel, nie einweichen, nie Spülmaschine (Verbraucherzentrale).
  • Hartnäckige Reste: mit Speisesalz abreiben (Verbraucherzentrale), ggf. mit etwas Öl, oder Wasser kurz aufkochen.
  • Sofort trocknen und trocken aufbewahren – Eisen rostet leicht (Verbraucherzentrale); auf dem Herd kurz erwärmen, dünn einölen.
  • Säurehaltiges (Tomatensoße, Wein) nicht darin kochen: Säuren greifen das Material an, Schwermetalle können ins Essen übergehen (Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest).
  • Rost: mit Stahlwolle bis aufs blanke Metall entfernen, dann neu einbrennen (Erfahrungswert).

Emailliertes Gusseisen (z. B. Bräter, „Cocotte“): muss nicht eingebrannt werden, hat aber auch keine Antihaftwirkung; Säure greift die Emaille nicht an, sie kann aber z. B. bei einem Sturz absplittern (Stiftung Warentest). Von Hand mit Spülmittel spülen, nicht auf höchster Stufe leer erhitzen, nicht mit kaltem Wasser abschrecken (Emaille springt), Holz- oder Silikonwerkzeug; Verfärbungen mit Natronlösung einweichen (Erfahrungswerte).

Aluminium und Kupfer

  • Aluminium (unbeschichtet): von Hand spülen – Aluminium reagiert auf Säuren und Laugen mit Veränderungen der Oberfläche (Forum Waschen); keine sauren oder salzigen Speisen darin aufbewahren (Erfahrungswert).
  • Kupfer: innen meist verzinnt, beschichtet oder Edelstahl. Außen mit Zitrone und Salz polieren – Salz behutsam einreiben, empfindliches Kupfer zerkratzt sonst (Utopia). Nicht in die Spülmaschine: Hitze und Feuchtigkeit lassen Kupfer schneller dunkel anlaufen, Reiniger können Flecken hinterlassen und eine Innenbeschichtung angreifen; von Hand mit mildem Spülmittel und weichem Schwamm spülen (Hausjournal).

Holzbretter und Holzlöffel

Reinigen

  1. Direkt nach Gebrauch mit heißem Wasser, etwas Spülmittel und Bürste abwaschen.
  2. Nicht einweichen, nicht in die Spülmaschine.
  3. Senkrecht an der Luft trocknen lassen (beide Seiten), nicht auf der Heizung.
  4. Gegen Gerüche (Zwiebel, Knoblauch, Fisch): mit Salz und Zitrone(nsaft) abreiben, abspülen, trocknen (Zwilling). Zwilling: Holzbretter nicht in die Spülmaschine – Hitze und Feuchtigkeit verziehen und beschädigen das Holz.

Hygiene: Für rohes Fleisch und Geflügel ein eigenes Brett verwenden – laut BfR und Verbraucherzentrale besser eines aus Kunststoff, weil es in der Spülmaschine bei über 60 °C gereinigt werden kann; Bretter mit tiefen Furchen ersetzen. Siehe Küchenhygiene. Die Öl-Hinweise unten folgen dem Zwilling-Magazin; das Intervall ist ein Erfahrungswert.

Ölen

  • Wann: regelmäßig (Zwilling) – wenn das Holz hell, trocken oder rau aussieht, je nach Nutzung etwa alle 1–3 Monate (Erfahrungswert); neue Bretter anfangs öfter. Regelmäßiges Ölen beugt Rissen vor (Zwilling).
  • Womit: laut Zwilling Leinöl (eines der besten, lebensmittelecht, bildet eine harte, wasserabweisende Oberfläche), Raps- oder Sonnenblumenöl (gut geeignet, können ranzig werden – Überschuss abwischen), Olivenöl nur als kurzfristige Lösung; außerdem Kokos-, Walnuss-, Mandel- oder Traubenkernöl, Bienenwachs als Abschluss. Spezielles Schneidbrettöl oder Paraffinöl (medizinisches Weißöl) sind weitere Möglichkeiten (Erfahrungswert).
  1. Brett sauber und vollständig trocken.
  2. Öl dünn mit Küchenpapier oder Baumwolltuch auftragen, auch Kanten und Unterseite.
  3. Mindestens 24 Stunden einziehen lassen, bei Bedarf wiederholen, bis das Holz gesättigt ist (Zwilling; Hausjournal: mehrere Stunden oder über Nacht).
  4. Überschuss abwischen.
  5. Raue Stellen vorher mit feinem Schleifpapier (Körnung 180–240) glätten.

Achtung: Mit Leinöl oder Holzpflegeöl getränkte Lappen und Papier können sich schon bei Raumtemperatur selbst entzünden; in der Schweiz kam es so zu Bränden im Mülleimer (Stiftung Warentest). Benutzte Lappen in Wasser tränken und in einem nicht brennbaren, verschließbaren Behälter aufbewahren; vor dem Wegwerfen erneut in Wasser tauchen und im Freien trocknen (Stiftung Warentest) – nie zusammengeknüllt in den Müll.

Messer

Spülen

  • Nicht in die Spülmaschine: Zwilling rät ab – die aggressiven Reinigungschemikalien nutzen Klinge und Griff ab (Vergrauen); Utopia: Temperatur, Reiniger, Salz und Flugrost machen die Klinge stumpf und können Rost verursachen.
  • Direkt nach Gebrauch unter fließendem Wasser abspülen und abtrocknen (Zwilling); Säure von Zitrusfrüchten, Tomaten, Zwiebeln greift die Klinge an, Carbonstahlmesser rosten sonst (Erfahrungswert).
  • Griff hin und wieder mit einem Tropfen Speiseöl einreiben (Zwilling, gilt für Kunststoff- und genietete Holzgriffe).
  • Klinge vom Rücken her abwischen, Schneide von der Hand weg.

Schärfen

Werkzeug Wofür Wie oft
Wetzstahl / Keramikstab richtet die Schneide auf („abziehen“), schärft kaum regelmäßig (Zwilling); spätestens, wenn das Messer nicht mehr sauber schneidet oder man Druck braucht; ca. 5–10 Züge je Seite im Wechsel (Zwilling)
Schleifstein (Wasserstein, z. B. Körnung 1000 + 3000–6000) echtes Schärfen bei häufigem Gebrauch alle 2–3 Monate, bei gelegentlicher Nutzung alle 6–12 Monate (Zwilling)
Durchzugsschärfer schnell, aber grob – trägt mehr Material ab nur für einfache Messer
Professioneller Schleifservice bei sehr stumpfen oder schartigen Messern bei Bedarf

Schleifwinkel (Zwilling): europäische Messer typisch ca. 15° (am Wetzstahl 15–20°), japanische ca. 10° (beim Schleifstein 10–15°); Ausnahmen: Santoku ca. 17,5°, chinesische Kochmesser ca. 25°, Hackmesser ca. 27,5°. Wellenschliff (Brotmesser) vom Fachmann schärfen lassen (Zwilling). Herstellerangabe beachten.

Schleifstein – kurz:

  1. Wasserstein ca. 10–15 Minuten wässern (bis keine Bläschen mehr aufsteigen), auf rutschfeste Unterlage legen.
  2. Messer im gewünschten Winkel ansetzen, mit leichtem Druck über den Stein ziehen, bis sich auf der Gegenseite ein feiner Grat bildet.
  3. Seite wechseln.
  4. Mit feinerer Körnung wiederholen, Grat abziehen.
  5. Messer spülen und trocknen; Stein abspülen und trocknen lassen.

Test: Ein scharfes Messer schneidet eine Tomate ohne Druck bzw. ein Blatt Papier sauber.

Lagern

  • Messerblock, Magnetleiste (Klinge zuerst mit dem Rücken ansetzen, damit die Schneide nicht auf das Metall schlägt) oder Klingenschutz in der Schublade.
  • Nicht lose in der Schublade – Schneide wird stumpf, Verletzungsgefahr.
  • Schneidunterlage: nachgiebig und leicht zu reinigen, z. B. Holz oder Kunststoff; nie auf Glas, Porzellan oder Metallblechen schneiden – das Messer wird schnell stumpf (Zwilling). Messerblock oder Schubladeneinsatz schützen die Schneide (Zwilling).

Achtung: Stumpfe Messer sind gefährlicher als scharfe – man drückt stärker und rutscht leichter ab. Fallendem Messer nie hinterhergreifen.

Häufige Fehler

  • Beschichtete Pfanne leer auf höchster Stufe vorheizen.
  • Gusseisenpfanne in der Spülmaschine oder über Nacht eingeweicht.
  • Salz ins kalte Nudelwasser im Edelstahltopf.
  • Holzbrett in der Spülmaschine.
  • Gutes Messer in der Spülmaschine oder lose in der Schublade.

Siehe auch: Spülmaschine einräumen, Abwaschen von Hand, Hausmittel zum Putzen.

Quellen 22

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