Staub wischen und Allergien
16 Quellen
Kurz gesagt
Staub von oben nach unten mit einem gut bindenden Tuch aufnehmen, nicht aufwirbeln; Allergikerhaushalte 2–3-mal pro Woche. Gegen Hausstaubmilben helfen vor allem Encasings, Bettwäsche bei mindestens 60 °C, ein Staubsauger mit HEPA-Filter und ein kühles, nicht zu feuchtes Schlafzimmer (max. ca. 18 °C, Luftfeuchte ca. 45–55 %).
Staub wischen – richtig
- Von oben nach unten: Deckenlampe, Schrankoberseiten, Regale, Bilderrahmen → Tische, Fensterbänke → Heizkörper, Sockelleisten. Sonst rieselt Staub auf bereits gewischte Flächen (Stiftung Warentest). Fenster dabei geschlossen halten, damit kein Luftzug Staub aufwirbelt (Stiftung Warentest).
- Reihenfolge Saugen/Staubwischen: Meist wird erst Staub gewischt, dann gesaugt (Erfahrungswert). Stiftung Warentest: Mit gut staubbindenden Tüchern ist die Reihenfolge eigentlich egal; liegen dicke Flocken, z. B. auf Fensterbrettern, zuerst Staubsauger mit Möbelbürste einsetzen.
- Gut staubbindendes Tuch oder Wedel, zum Abschluss mit leicht angefeuchtetem Tuch nachwischen – das bindet die letzten Partikel (Stiftung Warentest). Im Test von Staubwedeln und -tüchern entfernte nur jedes zweite Produkt Staub gut; manche verteilen ihn eher, als ihn aufzunehmen (Stiftung Warentest).
- Tuch regelmäßig ausschütteln (draußen) oder wenden; nach dem Putzen waschen, Mikrofaser ohne Weichspüler (Stiftung Warentest; 40 °C ist Erfahrungswert).
- Gegenstände anheben, nicht drumherum wischen.
- Elektronik (Bildschirm, TV): Gerät ausschalten, kurz abkühlen lassen, Stecker ziehen; erst trocken mit Mikrofasertuch wischen, bei Bedarf Tuch leicht mit (destilliertem) Wasser anfeuchten. Keine Reinigungsmittel, nichts direkt auf das Gerät sprühen, ohne Druck wischen (Samsung).
- Heizkörper: Heizkörperbürste oder Staubsauger mit Pinseldüse – Staub auf Heizkörpern verschwelt und riecht. Punkte 5 und 7 sind Erfahrungswerte; Heizkörper mindestens einmal jährlich abwischen oder absaugen (IKW).
Häufigkeit: Wohnräume etwa 1-mal pro Woche (Erfahrungswert); Haushalte mit Hausstauballergikern 2–3-mal pro Woche (Stiftung Warentest).
Hausstaubmilben
- Milben leben vor allem in Matratzen, Oberbetten, alten Polstermöbeln, Teppichböden und Vorhängen; sie ernähren sich von Hautschuppen und Haaren (UBA, gesund.bund.de). Pro Nacht schwitzt ein Mensch rund 200 ml Feuchtigkeit ins Bett (UBA).
- Allergieauslöser ist vor allem der Milbenkot, der mit dem Staub aufgewirbelt wird. In der Heizperiode sterben viele Milben ab, ihre zerfallenden Körper und der Kot setzen dann besonders viele Allergene frei – deshalb gibt es auch im Winter Beschwerden (UBA).
- Milben brauchen Wärme und Feuchtigkeit: In einem kühlen, trockenen Schlafzimmer vermehren sie sich schlechter (UBA, Apotheken Umschau).
Maßnahmen bei Milbenallergie
| Maßnahme | Details |
|---|---|
| Encasings | Milbendichte Bezüge für Matratze, ggf. Kissen und Decke – laut Stiftung Warentest eine der wichtigsten Maßnahmen (ebenso UBA, gesund.bund.de). Alle 6–8 Wochen bei 60 °C waschen oder beim Lakenwechsel feucht abwischen und dann nur alle 6 Monate waschen (Apotheken Umschau). Gesetzliche Kassen übernehmen oft 85–100 % der Kosten, Antrag meist vor dem Kauf (Stiftung Warentest). |
| Bettwäsche | für Allergiker wöchentlich wechseln und bei mindestens 60 °C waschen – dabei sterben Milben größtenteils ab (Stiftung Warentest, Apotheken Umschau); UBA: dazu pulverförmiges Vollwaschmittel. Bettzeug täglich aufschütteln und auslüften. |
| Decken und Kissen | bei 60 °C waschbar (Stiftung Warentest); mehrmals im Jahr waschen (UBA), Apotheken Umschau: alle 6–8 Wochen, Allergieinformationsdienst: alle drei Monate genügt. Chemische Reinigung ist nicht so effektiv wie Waschen bei 60 °C (Allergieinformationsdienst). |
| Staubsauger | mit HEPA-Feinstaubfilter hoher Filterklasse (13–14, UBA); Filter nach Herstellerangabe wechseln. Teppiche mehrmals pro Woche saugen (UBA), Böden 1–2-mal pro Woche feucht wischen (Apotheken Umschau). |
| Wer saugt? | Allergiker sollten möglichst nicht selbst putzen und saugen (Stiftung Warentest, Allergieinformationsdienst); sonst Mundschutz tragen (Allergieinformationsdienst) und danach gut lüften (Allergieinformationsdienst-Factsheet). |
| Einrichtung | Staubfänger wie schwere Gardinen, Langflorteppiche, Polstermöbel reduzieren; keine Grünpflanzen im Schlafzimmer (UBA). Teppichboden möglichst gegen glatten Belag tauschen (UBA) – das ist allerdings umstritten, weil auf Glattboden mehr Staub aufgewirbelt wird (Apotheken Umschau, Stiftung Warentest). Kuscheltiere bei 60 °C waschen; sonst einfrieren – tötet Milben, entfernt aber nicht den Kot, danach bei zulässiger Temperatur waschen (UBA). Dauer je nach Quelle: 12 Stunden (Allergieinformationsdienst), 24 Stunden (UBA), 48 Stunden bei −15 °C (DAAB). |
| Raumklima | Schlafzimmer kühl: max. 18 °C (UBA), gesund.bund.de: nicht wärmer als 18–20 °C. Luftfeuchte im Schlafraum 45–55 % (UBA laut Apotheken Umschau). Regelmäßig stoßlüften, morgens mind. 5 Minuten (Apotheken Umschau; siehe Richtig-lueften</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Luftreiniger</strong></td>
<td>Umstritten: In einer vom Allergieinformationsdienst vorgestellten südkoreanischen Studie (44 Personen, 6 Wochen) senkten HEPA-Luftreiniger den Medikamentenbedarf, Symptomstärke und Lebensqualität unterschieden sich aber nicht von der Kontrollgruppe. Der DAAB hält geeignete Luftreiniger für hilfreich; gesund.bund.de nennt die Wirksamkeit bei Milbenallergie bisher ungeklärt. Allenfalls Ergänzung.</td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
<p><strong>Akarizide (Milbensprays):</strong> Quellen widersprechen sich. Stiftung Warentest rät eher ab (Wirkung meist nicht ausreichend belegt, teils gesundheitlich bedenklich), das UBA rät aus Umweltgründen ab, die Apotheken Umschau und Allergieinformationsdienst halten den Nutzen für fraglich bzw. sagen, sie helfen „in aller Regel nicht“ (Milbenkot bleibt). gesund.bund.de nennt sie dagegen als möglicherweise hilfreich (z. B. unter Matratzenbezüge sprühen). Ärztlich beraten lassen.</p>
<h2>Pollenzeit</h2>
<ul>
<li>Tagsüber Fenster geschlossen halten; die Belastung ist etwa zwischen 12 und 18 Uhr am höchsten (Allergieinformationsdienst). Beste Lüftzeit in der Stadt ca. 6–8 Uhr, auf dem Land ca. 19–24 Uhr (Allergieinformationsdienst); das Factsheet nennt allgemein ca. 23–8.30 Uhr. Pollenflugvorhersage beachten.</li>
<li>Pollenschutzgitter halten mindestens 85 % der Pollen ab, aber keinen vollständigen Schutz (Allergieinformationsdienst). Getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen, vor dem Schlafengehen duschen und Haare waschen (Allergieinformationsdienst).</li>
<li>Böden und Flächen feucht wischen, Staubsauger mit Pollenfilter (Allergieinformationsdienst). Wäsche in der Pollensaison nicht draußen trocknen (DAAB).</li>
</ul>
<h2>Häufige Fehler</h2>
<ul>
<li>Bei geöffnetem Fenster Staub wischen (Luftzug wirbelt Staub auf).</li>
<li>Staubwedel oder -tuch, das Staub nur verteilt statt bindet.</li>
<li>Staubsauger ohne intakten Filter oder mit überfülltem Beutel (bläst Feinstaub heraus).</li>
<li>Schlafzimmer überheizt und feucht (Milbenparadies).</li>
</ul>
<p>Siehe auch: [[[WL:Putztuecher-und-Werkzeug, Putzreihenfolge und Routine, Böden reinigen.
Siehe auchQuellen 16
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