Sonstiges

Heizen und Heizkosten

Mit Abschnitt „Nur Deutschland“18 Quellen
Kurz gesagt

Wohnzimmer höchstens 20 °C, Küche 18 °C, Schlafzimmer 17 °C – jedes Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie. Thermostatstufe 3 entspricht etwa 20 °C. Heizkörper frei halten, im Herbst entlüften, beim Stoßlüften Thermostat zudrehen und nie unter etwa 16 °C auskühlen lassen (Schimmelgefahr).

Raumtemperaturen pro Raum

Raum Empfehlung Thermostatstufe (ca.)
Wohnzimmer, Arbeitszimmer 20 °C 3
Kinderzimmer 20 °C 3
Küche 18 °C 2–3
Schlafzimmer 17 °C (VZ: 18 °C, co2online: 16 °C) 2–2,5
Bad (beim Benutzen) 22–24 °C (co2online: Stufe 4 ≈ 24 °C) 3–4
Flur, wenig genutzte Räume ca. 16 °C 2
Mindesttemperatur jedes Raums nicht unter ca. 16 °C –

Werte: Umweltbundesamt (Wohnbereich möglichst nicht über 20 °C, Küche 18 °C, Schlafzimmer 17 °C); Verbraucherzentrale: Wohnzimmer 20 °C, Schlafzimmer 18 °C, wenig genutzte Räume 16 °C, nicht unter 16 °C (Schimmel). Pro Grad weniger sinkt der Heizenergieverbrauch um etwa 6 % (Verbraucherzentrale, co2online; 20 statt 22 °C ≈ 12 %). Die tatsächliche Ersparnis hängt von Gebäude und Heizsystem ab.

Achtung: Räume, besonders Schlafzimmer und Außenwand-Ecken, nicht dauerhaft unter ca. 16 °C abkühlen lassen und Türen zu kühleren Räumen geschlossen halten – sonst kondensiert warme, feuchte Luft an kalten Wänden. Siehe Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen.

Thermostat-Stufen erklärt

Stufe ca. Raumtemperatur
❄ / * (Frostschutz) ca. 6 °C (co2online; je nach Hersteller 5–7 °C)
1 ca. 12 °C
2 ca. 16 °C
3 ca. 20 °C
4 ca. 24 °C
5 ca. 28 °C
  • Zwischen den Ziffern liegen Striche, je ca. 1 °C.
  • Das Thermostat regelt die Raumtemperatur, nicht die Heizleistung: Stufe 5 heizt nicht schneller, der Heizkörper hört nur erst bei ca. 28 °C auf.
  • Werte sind Näherungen, abhängig von Hersteller, Heizkörpergröße und Raum. Mit einem Raumthermometer prüfen und Stufe anpassen.
  • Frostschutzstellung ist kein sicherer Frostschutz für die ganze Anlage bei langer Abwesenheit.
  • Programmierbare (smarte) Thermostate senken automatisch nachts/bei Abwesenheit ab; laut UBA und co2online etwa 10 % Einsparung.

Heizkörper entlüften – Schritt für Schritt

Zeichen für Luft im Heizkörper: gluckert, oben kalt und unten warm, wird trotz offenem Thermostat nicht richtig warm. Beste Zeit: zu Beginn der Heizsaison (manche raten zweimal im Jahr).

Material: Entlüftungsschlüssel (Baumarkt), Becher oder kleine Schüssel, Lappen.

  1. Thermostatventil voll aufdrehen (Stufe 5) und Heizkörper warm werden lassen. Anlagendruck am Manometer notieren (vorher und nachher prüfen, Verbraucherzentrale).
  2. Heizungs-Umwälzpumpe ausschalten, sofern möglich, und 30–60 Minuten warten, damit sich die Luft oben sammelt (im Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung meist nicht möglich – dann nur Thermostat aufdrehen und Heizkörper ganz warm werden lassen).
  3. Becher und Lappen unter das Entlüftungsventil (oben seitlich am Heizkörper) halten.
  4. Ventil mit dem Schlüssel langsam ca. ¼ bis ½ Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn öffnen. Es zischt, Luft entweicht.
  5. Schließen, sobald nur noch (heißes) Wasser ohne Blasen kommt.
  6. Reihenfolge bei mehreren Etagen – die Quellen widersprechen sich: Verbraucherzentrale (auch zitiert bei ÖKO-TEST) rät zuerst die unteren, zum Schluss die obersten Heizkörper; der Hersteller Viessmann empfiehlt, mit dem am höchsten gelegenen zu beginnen, weil sich dort meist die meiste Luft sammelt. Wichtiger als die Reihenfolge: nach dem Entlüften die Heizung mindestens eine Stunde laufen lassen und den vom Kessel am weitesten entfernten Heizkörper noch einmal prüfen (Viessmann).
  7. Heizung/Pumpe wieder einschalten.
  8. Anlagendruck am Manometer der Heizung prüfen (Einfamilienhaus, Etagenheizung): Sollwert laut Bedienungsanleitung; Viessmann nennt meist 1–2 bar (Faustregel: Höhenunterschied Kessel–höchster Heizkörper in m × 0,1 bar + 0,5 bar) und nach dem Nachfüllen nicht unter 1,3 bar. Sinkt der Druck immer wieder, Fachbetrieb rufen.

Achtung: Das austretende Wasser kann heiß sein (Verbrühungsgefahr) und dunkel verfärben. Mieter in Mehrfamilienhäusern: Wasser in der Anlage nur von Hausmeister, Vermieter oder Fachbetrieb nachfüllen lassen. Muss sehr oft entlüftet werden, kann ein Leck vorliegen → Fachbetrieb.

Heizkörper nicht zustellen

  • Sofas und Schränke mindestens 30 cm vom Heizkörper entfernt (Verbraucherzentrale).
  • Keine Vorhänge über den Heizkörper – Vorhänge sollen oberhalb des Heizkörpers enden, nicht bodenlang sein; keine Verkleidungen, keine Wäsche zum Trocknen darüber hängen.
  • Thermostatkopf frei lassen: Ist er verdeckt, misst er einen Wärmestau und schließt zu früh – der Raum bleibt kalt.
  • Rollläden und Vorhänge nachts schließen (Dämmwirkung), tagsüber Sonne hereinlassen.

Nachtabsenkung und Abwesenheit

  • Nachts und bei einigen Stunden Abwesenheit absenken: UBA – auf etwa 18 °C; co2online – bei längerer Abwesenheit (Arbeitstag, Wochenende) auf etwa 16 °C. Nicht ganz abschalten – ausgekühlte Wände erhöhen das Schimmelrisiko.
  • Einsparung: programmierbare Thermostate ca. 10 % (UBA, co2online); eine richtig eingestellte Heizungsanlage mit Absenkzeiten 10–15 % (Verbraucherzentrale).
  • Bei Zentralheizungen im Eigenheim die Nachtabsenkung zentral programmieren; bei Fußbodenheizung und gut gedämmten Häusern bzw. Wärmepumpen ist die Absenkung wegen der Trägheit geringer oder nicht sinnvoll – Herstellerangaben beachten.
  • Abwesenheit von wenigen Tagen: ca. 15 °C (UBA), bei längerer Abwesenheit etwas niedriger, nicht unter Frostschutz.

Lüften mit Heizung

  1. Thermostat vor dem Lüften zudrehen (auf * oder 0) – sonst heizt der Heizkörper gegen die kalte Luft an.
  2. Stoßlüften: Fenster weit öffnen, im Winter ca. 3–5 Minuten (Verbraucherzentrale), andere Quellen 5–10 Minuten; im Frühjahr/Herbst 10–20 Minuten. Querlüften (gegenüberliegende Fenster) ist am schnellsten.
  3. Keine Kippstellung im Winter: kühlt Wände und Laibung aus, kaum Luftaustausch.
  4. Fenster schließen, Thermostat wieder auf die gewohnte Stufe.
  5. Mehrmals täglich, besonders nach dem Duschen, Kochen und morgens im Schlafzimmer.

Ausführlich: Richtig lüften und Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen.

Warmwasser

  • Warmwasser ist laut UBA – nach Heizung und Auto – einer der größten Energieverbraucher im Haushalt.
  • Speicher (Boiler, Zentralheizung): am Austritt des Trinkwassererwärmers mind. 60 °C, im Leitungsnetz überall mind. 55 °C (UBA-Empfehlung gegen Legionellen). Nicht dauerhaft darunter absenken, um Geld zu sparen.
  • Durchlauferhitzer (elektronisch): Temperatur direkt auf Nutztemperatur einstellen (z. B. 38–40 °C zum Duschen) statt heiß zu erzeugen und mit kaltem Wasser zu mischen. Kleines Leitungsvolumen → Legionellenrisiko gering.
  • Sparduschkopf: 6–9 l/min statt 12–15 l/min, Komfort meist gleich. Siehe Wasser sparen.
  • Duschen statt Baden, kürzer duschen, Warmwasserleitungen im Keller dämmen.

Heizkostenabrechnung verstehen (kurz)

  • In Mehrfamilienhäusern mit gemeinsamer Heizung werden die Kosten meist teils nach Verbrauch, teils nach Wohnfläche verteilt. Wie genau, regeln örtliches Recht, Mietvertrag und Hausordnung → siehe Abschnitt Nur Deutschland.
  • Verbrauchsinformationen (z. B. monatlich in kWh), wenn verfügbar, zum Kontrollieren nutzen.

Häufige Fehler

  • Thermostat auf 5 drehen „damit es schneller warm wird“.
  • Fenster dauerhaft gekippt bei laufender Heizung.
  • Heizkörper hinter Sofa oder langen Vorhängen.
  • Räume komplett auskühlen lassen und dann hochheizen.
  • Warmwasserspeicher zum Sparen auf 45 °C stellen (Legionellen).

Nur Deutschland

Gilt nur für Deutschland bzw. hängt von Ort, Mietvertrag oder Gemeinde ab. Im Ausland die örtlichen Regeln prüfen.

Heizkostenabrechnung

  • In Mehrfamilienhäusern werden 50–70 % nach Verbrauch (Heizkostenverteiler/Wärmezähler) und der Rest (30–50 %) nach Wohnfläche abgerechnet (Verbraucherzentrale).
  • Seit Januar 2022 müssen bei fernablesbaren Messgeräten auf Wunsch monatliche Verbrauchsinformationen bereitgestellt werden (Verbrauch in kWh, Vergleich mit Vormonat und Vorjahresmonat) – zum Kontrollieren nutzen. Nicht fernablesbare Geräte müssen in der Regel bis Ende 2026 nachgerüstet oder ersetzt werden. Bei Verstößen kann ein Kürzungsrecht von 3 % bestehen (Verbraucherzentrale).
  • Siehe auch Nebenkostenabrechnung prüfen.

Preise

  • Entlüftungsschlüssel im Baumarkt: ca. 1–2 €.

Siehe auch

Quellen 18

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