Schädlinge in der Wohnung
Erst die Art bestimmen, dann die Ursache abstellen (Futterquelle, Feuchte, Zugang), erst danach bekämpfen – meist ohne Gift. Fruchtfliegen, Silberfischchen und Ameisen bekommt man in der Regel selbst in den Griff; Schaben, Bettwanzen, Papierfischchen und starker Mäusebefall gehören laut Umweltbundesamt in Profihand. In der Mietwohnung Befall unverzüglich dem Vermieter melden (in Deutschland ist er in aller Regel für die Beseitigung zuständig).
Lebensmittelmotten und Vorratskäfer: siehe Lebensmittel lagern. Kleidermotten: siehe Kleiderschrank organisieren und Wäsche falten und lagern.
Grundregeln
- Art bestimmen: Viele Tiere sind harmlose „Lästlinge“, manche geschützt (in Deutschland z. B. Wespen, Hornissen, Waldameisen, Spitzmäuse). Das UBA-Biozid-Portal hat Steckbriefe mit Fotos (siehe Quellen).
- Ursache beseitigen: Lebensmittel und Tierfutter verschlossen lagern, Müll und Biomüll häufig leeren, Ritzen abdichten, Luftfeuchte senken (Richtig lüften), Fliegengitter.
- Biozidfrei bekämpfen: Fallen, Absaugen, Abdichten, Hitze/Kälte.
- Mittel nur gezielt: Wenn überhaupt, dann Köderdosen oder Gele statt Sprays und Vernebler (Verbraucherzentrale laut Berliner Mieterverein).
- Keine Ultraschall- oder „Elektro“-Vertreiber kaufen: Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich laut UBA gegen Ratten und Mäuse als wirkungslos erwiesen; gegen Flöhe wirken sie laut University of Minnesota Extension ebenfalls nicht.
Achtung: Insektensprays, Elektroverdampfer und Fogger mit Pyrethroiden (z. B. Permethrin) oder Pyrethrinen („Chrysanthemenextrakt“) bleiben oft ein Jahr und länger in der Wohnung und lassen sich schlecht abwischen; es gibt Hinweise auf Wirkungen auf Hormon- und Nervensystem. Für Katzen können sie tödlich sein (Verbraucherzentrale NRW). Verkaufsregeln für Insektizid-Sprays → siehe Abschnitt Nur Deutschland.
Übersicht
| Schädling | Typische Anzeichen | Risiko | Selbst lösbar? |
|---|---|---|---|
| Fruchtfliegen | 2–4 mm, braun, oft rote Augen, über Obst und Biomüll | Lästling | ja |
| Abortfliegen (Schmetterlingsmücken) | bis 3,5 mm, stark behaart, sitzen an Abflüssen | Lästling | ja |
| Silberfischchen | 9–11 mm, silbrig, nachts in Bad/Küche | Lästling, Feuchteanzeiger | ja (Raumklima) |
| Papierfischchen | ca. 15 mm, eher braun, auch tagsüber in Wohnräumen | Materialschäden (Papier, Tapete) | kaum – Profi |
| Ameisen (Schwarze Wegameise) | Ameisenstraße zu Futterquelle, v. a. im Frühjahr | Lästling | meist ja |
| Pharaoameisen | nur ca. 2 mm, bernsteinfarben, warme Innenräume | Hygieneschädling | nein – Profi |
| Schaben | 10–38 mm je Art, nachts, Verstecke hinter Spüle/Scheuerleisten | Gesundheitsschädling | nein – Profi |
| Hausmaus | Kot, Nagespuren, Geräusche nachts (Erfahrungswert) | Gesundheitsschädling | Einzeltiere ja |
| Wanderratte | Kot 1–3 cm, Nagespuren, oft Keller; Zugang über Kellerfenster, defekte Abwasserleitungen | Gesundheitsschädling | nein – Profi |
| Flöhe | juckende Stiche in Gruppen an Unterschenkeln, „Flohkot“ (schwarze Krümel) im Tierfell/-körbchen | lästig, Bandwurm-Überträger bei Hund/Katze | ja, zusammen mit Tierarzt |
| Bettwanzen | Stichreihen, schwarze Kotpunkte am Bett, süßlicher Geruch | lästig, keine Krankheitsübertragung bekannt | nein – Profi |
| Wespen am Fenster | einzelne Tiere oder Nest im Rollladenkasten | Stiche, Allergiker gefährdet | einzelne Tiere ja; Nest nein |
Größenangaben nach den UBA-Steckbriefen.
Fruchtfliegen
- Erkennen: gärendes Obst, Saft, Wein, Essig, Biomüll, Kompost locken sie an (UBA). Gesundheitlich in Privathaushalten in der Regel unbedenklich.
- Vorbeugen: Obst in den Kühlschrank oder abdecken, Lebensmittel verschlossen, Biomüll-Gefäß am besten täglich leeren, Fliegengitter (UBA).
- Bekämpfen ohne Mittel: Brutplätze finden und entfernen (überreifes Obst, Biomüll); Obstschale und Biomülleimer leeren und mit heißem Wasser ausspülen (UBA).
- Falle: Glas mit Essigwasser und einem Spritzer Spülmittel – das UBA nennt das ein bewährtes Hausmittel; Klebefallen verringern den Befall ebenfalls.
Ähnlich bei Abortfliegen an Dusche oder Waschbecken: Abfluss und Siphon reinigen (Beläge sind das Larvenfutter), selten genutzte Abflüsse regelmäßig durchspülen und abdecken, auch Blumenuntersetzer mit stehendem Wasser prüfen; Insektizide sind laut UBA in der Regel unnötig. Bei starkem Befall Sanitärfirma. Siehe Abfluss verstopft.
Silberfischchen und Papierfischchen
- Erkennen: Silberfischchen brauchen 75–97 % relative Luftfeuchte, leben in Ritzen von Bad, Küche, Keller, sind nachtaktiv und lichtscheu. Massenauftreten deutet auf Feuchteprobleme (Wasserschaden, zu wenig Lüften) hin (UBA).
- Vorbeugen und bekämpfen: regelmäßig stoßlüften und heizen; unter 30 % Luftfeuchte keine Vermehrung, unter 10 °C inaktiv, über 35 °C sterben sie. Ritzen absaugen oder besser abdichten (UBA). Abflüsse von Waschbecken und Wanne nachts verschließen (Erfahrungswert). Siehe Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen zur Luftfeuchte.
- Papierfischchen mögen es trocken-warm (20–25 °C, 55–80 % Luftfeuchte), fressen Papier, Karton und Tapete und werden oft mit Wellpappe aus dem Versandhandel eingeschleppt. Kartons nur kurz lagern und schnell entsorgen, Papier nicht offen lagern, Ritzen abdichten. Die Bekämpfung ist schwierig und sollte laut UBA einem Profi überlassen werden; befallene Gegenstände können begleitend eingefroren werden.
Ameisen
- Erkennen: Die häufige Schwarze Wegameise (3–5 mm) nistet draußen (unter Platten, im Sandboden) und läuft nur auf Nahrungssuche herein, besonders im Frühjahr (UBA). Kleine bernsteinfarbene Ameisen (ca. 2 mm) in warmen Innenräumen können Pharaoameisen sein – Hygieneschädlinge, Profi nötig.
- Vorbeugen: Löcher und Risse an Mauerwerk, Türen und Fenstern ausbessern, Fugen mit Silikon schließen; Vorräte „ameisensicher“ in dicht schließenden Dosen; keine Futterreste in Tiernäpfen; Blumentöpfe, Zweige und Kaminholz vor dem Hereinholen kontrollieren (UBA).
- Bekämpfen ohne Mittel: Futterquelle finden und beseitigen – das ist die wichtigste Maßnahme. Die Duftspur früh stören: Boden mit stark riechendem Reiniger (z. B. Essigreiniger) wischen; Gerüche wie Nelken, Zimt, Zitrone oder Lavendel können die Spur stören (UBA).
- Mit Mitteln: Reicht das nicht, Köderdosen aufstellen; helfen auch die nicht, Schädlingsbekämpfer (UBA).
Achtung: Hügelbauende Waldameisen nicht bekämpfen; sie sind vielerorts geschützt (Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland).
Schaben
- Erkennen: In Wohnungen meist Deutsche Schabe (14–16 mm, hellbraun) oder Orientalische Schabe (28–30 mm, dunkelbraun bis schwarz). Tagsüber in Ritzen, hinter Küchenschränken, Spüle, Scheuerleisten; wer eine sieht, hat meist viele (UBA).
- Risiko: Gesundheitsschädlinge – verschleppen u. a. Salmonellen, verunreinigen Lebensmittel mit Kot, können Allergien auslösen (UBA).
- Vorbeugen: Reisegepäck, Verpackungen und gebrauchte Elektrogeräte kontrollieren; Reisetaschen z. B. in der Badewanne öffnen; Lebens- und Futtermittel gut verschlossen (UBA).
- Bekämpfen: immer professionell – die Art muss bestimmt werden, manche Populationen der Deutschen Schabe meiden inzwischen gängige Gelköder, und Nachbarwohnungen sollten mit kontrolliert werden (UBA). Putzen allein hilft nicht; Schaben besiedeln auch saubere Wohnungen (Berliner Mieterverein).
- Einzelne Waldschaben, die im Sommer von draußen hereinfliegen, sind harmlos und vermehren sich drinnen nicht: einfangen und aussetzen (UBA).
Mäuse
- Erkennen: Kotkrümel, Nagespuren an Verpackungen, Rascheln nachts (Erfahrungswert). Hausmäuse gelten als Gesundheitsschädlinge und dürfen bekämpft werden; Waldmäuse, Spitzmäuse und andere heimische Arten sind in Deutschland geschützt (UBA).
- Vorbeugen: Zugänge (Spalten, Löcher, Katzenklappen) verschließen, Lebensmittel und Tierfutter nagersicher lagern (UBA); Ritzen z. B. mit Stahlwolle abdichten, Tierfutter und Wasser nicht über Nacht offen stehen lassen (UBA-Merkblatt Hantaviren). In Altbauten nisten Hausmäuse oft in Zwischendecken – solange das Eingangsloch nicht gefunden und verschlossen ist, bringen Fallen wenig (Berliner Mieterverein).
- Bekämpfen ohne Gift: Bei einzelnen Mäusen sind Schlagfallen dem Gift vorzuziehen (UBA). Aufstellen auf Laufwegen an Wänden, unter Möbeln; Köder z. B. Erdnussbutter, Nougatcreme, Käse, Speck. Fallen mindestens täglich, besser alle 12 Stunden kontrollieren; vor Kindern und Haustieren schützen (z. B. Schutzstation). Tote Tiere über den Hausmüll entsorgen (UBA).
- Klebefallen für Mäuse sind laut UBA aus Tierschutzgründen abzulehnen.
- Gift: Fraßköder nur nach Prüfung nicht-chemischer Methoden und streng nach Anwendungsbestimmungen; Antikoagulanzien der 2. Generation dürfen in Deutschland nur geschulte Profis einsetzen (UBA). Vergiftete Mäuse gefährden auch Greifvögel, Füchse und Haustiere.
Kot und tote Mäuse beseitigen (UBA-Merkblatt Hantaviren):
- Vorher mindestens 30 Minuten Fenster und Türen öffnen.
- Gummihandschuhe, bei Staub eine FFP3-Maske tragen.
- Kot, Nester, Mäuse und belegte Fallen gründlich mit Haushaltsreiniger einsprühen – so wird kein Staub aufgewirbelt.
- Nicht staubsaugen und nicht fegen.
- Tote Maus bzw. Falle in eine Plastiktüte, verschließen, in den Hausmüll; Flächen mit Haushaltsreiniger wischen, Fallen reinigen, danach Hände waschen.
Ratten (kurz)
- Erkennen: Wanderratten: Kopf-Rumpf 19–30 cm, Kot kugelig bis länglich, 1–3 cm lang (Mäusekot ist deutlich kleiner). Sie leben oft in Kellern und dringen über Kellerfenster und defekte Kanalanschlüsse ein; sie passen durch Löcher von 2 cm Durchmesser (UBA).
- Risiko: Übertragen viele Krankheitserreger, verunreinigen Vorräte mit Kot und Urin, nagen Kabel an (UBA).
- Vorbeugen: Keine Speisereste über die Toilette entsorgen (Futter für Kanalratten), keine Speisereste auf den Kompost, kein Gerümpel und kein offenes Tierfutter; Kellerfenster vergittern, Türspalten mit Bürstenleisten schließen; gegen Eindringen über Abwasserrohre gibt es Rückstauklappen (UBA).
- Bekämpfen: Ratten lassen sich mit Fallen nur schwer fangen, starke Schlagfallen gefährden auch Kinder und Haustiere; bei gehäuftem Auftreten helfen meist nur Giftköder. Spätestens bei größerem Befall Gesundheitsamt oder Schädlingsbekämpfer einschalten (UBA). Kot beseitigen wie bei Mäusen (s. o.).
Bettwanzen (kurz)
- Erkennen: 5–6 mm, rotbraun, flach; mehrere Stiche in einer Reihe („Bettwanzenstraße“), schwarze Kotpunkte an Bettgestell, Scheuerleisten, Lichtschaltern, süßlicher Geruch. Keine bekannte Krankheitsübertragung, aber sehr lästig (UBA).
- Vorbeugen: Auf Reisen Bett vor dem Einzug kontrollieren, Koffer nicht aufs Bett, sondern auf einen Tisch; zu Hause Gepäck in der Badewanne öffnen; Wäsche bei Verdacht bei 60 °C waschen oder einfrieren; gebrauchte Möbel und Sperrmüllfunde vorher prüfen (UBA).
- Bei Befall: nur professionell, meist mehrere Behandlungen über Wochen. Bis zum Termin: Schlafplatz nicht wechseln, nichts aus dem Raum tragen, nicht putzen oder staubsaugen (Spuren sind für die Firma wichtig), Fotos machen, gefundene Tiere einfrieren (UBA nach LAVES).
Flöhe (kurz)
- Erkennen: Meist Katzenflöhe (unter 3 mm, dunkelbraun, seitlich abgeflacht, springen). Stiche als juckende rote Knötchen, oft in Gruppen an den Unterschenkeln; „Flohkot“ (pfefferartige schwarze Krümel) im Fell und Körbchen des Tieres. Test: mit weißen Socken durch die Wohnung gehen – Flöhe springen darauf und sind gut zu sehen. Flöhe gibt es auch ohne Haustier, z. B. von Wildtieren auf Dachboden oder im Kamin (University of Minnesota Extension, englisch).
- Tier und Wohnung gleichzeitig behandeln – sonst kommt der Befall zurück. Das Mittel fürs Tier mit dem Tierarzt auswählen; falsche Mittel können Tiere schädigen (Permethrin ist für Katzen giftig, s. o.). Ätherische Öle werden nicht empfohlen (Wirkung nicht belegt, für Hund und Katze möglicherweise schädlich) (University of Minnesota Extension).
- Wohnung: täglich staubsaugen, besonders Schlaf- und Liegeplätze des Tieres und die Stellen, an denen es von Möbeln springt; das entfernt Flohkot (Larvenfutter) und lockt Flöhe aus ihren Kokons. Beutel danach entsorgen (oder einige Tage einfrieren). Tierdecken heiß waschen, befallene Bettwäsche ebenfalls. Penn State Extension (englisch) rät, das über mehrere Wochen täglich durchzuhalten. Dampf-Teppichreiniger töten alle Stadien (University of Minnesota Extension).
- Vernebler/Fogger wirken schlecht, weil das Mittel nicht dort landet, wo die Flöhe sitzen; Mittel mit Pyrethrinen halten nur wenige Stunden (University of Minnesota Extension). Hält der Befall an → Schädlingsbekämpfer.
Wespen am Fenster
- Einzelne Wespe in der Wohnung: Glas darüberstülpen, Pappe unterschieben, draußen freilassen; ruhig bleiben, nicht pusten oder schlagen (UBA). Dauerhaft: Insektenschutzgitter.
- Speisen und Getränke auf Balkon/Terrasse abdecken, vor dem Trinken ins Glas schauen (UBA).
- Nest (oft im Rollladenkasten oder Dachboden): mindestens 2 m Abstand halten, nicht selbst entfernen; Umsiedlung oder Entfernung nur durch geschulte Personen. Im Herbst wird das Nest ohnehin verlassen (UBA). Wespen und Hornissen sind vielerorts geschützt → Regeln für Deutschland siehe Abschnitt Nur Deutschland.
- Kosten: Preis vorher erfragen, nie sofort an der Tür bar zahlen, Anbieter mit nur einer Hotline- oder Handynummer meiden (Preise und Anlaufstellen in Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland).
Achtung: Bei Stichen in Mund oder Rachen oder Anzeichen einer allergischen Reaktion sofort handeln – siehe Erste Hilfe im Haushalt und Notfälle im Haushalt.
Kammerjäger und Vermieter
Profi holen bei: Ratten, Schaben, Bettwanzen, Pharaoameisen, Papierfischchen, wiederkehrendem Mäusebefall, Ameisen trotz Köderdosen, Wespennest an kritischer Stelle (UBA). Seriöse Firmen über Fachverbände suchen (Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland). Beim Einsatz nach Ködern, Gelen und Fallen statt Sprays fragen und auf Kleinkinder, Allergien und Haustiere hinweisen (Verbraucherzentrale laut Berliner Mieterverein).
Mietwohnung:
- Befall unverzüglich dem Vermieter melden, möglichst schriftlich. Wer zahlt und welche Rechte man hat, regelt das örtliche Mietrecht (Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland).
- Nicht selbst eine Firma beauftragen, bevor der Vermieter informiert ist und eine Frist hatte. Ablauf der Mängelanzeige: Mieter oder Vermieter – wer ist zuständig?.
- Nachbarn ansprechen: Schaben und Bettwanzen lassen sich nur hausweit sinnvoll bekämpfen (Berliner Mieterverein).
Häufige Fehler
- Insektenspray oder Fogger in der ganzen Wohnung – besonders mit Katze im Haushalt.
- Fallen aufstellen, ohne Futterquelle oder Eingangsloch zu beseitigen.
- Bettwanzen auf eigene Faust bekämpfen oder den Schlafplatz wechseln – verbreitet die Tiere.
- Mäusekot aufsaugen oder trocken fegen.
- Ultraschall-„Vertreiber“ kaufen statt Zugänge zu verschließen.
- Flöhe nur in der Wohnung oder nur am Tier bekämpfen.
- Befall aus Scham nicht melden: Schädlinge gibt es auch in sauberen Haushalten (Berliner Mieterverein).
- Notdienst-Rechnung sofort an der Haustür bezahlen.
Nur Deutschland
Gilt nur für Deutschland bzw. hängt von Ort, Mietvertrag oder Gemeinde ab. Im Ausland die örtlichen Regeln prüfen.
Insektizid-Sprays: Verkaufsregeln
- Seit Januar 2025 dürfen Insektizid-Sprays nicht mehr in Selbstbedienung verkauft werden – vor dem Kauf ist eine Beratung durch sachkundiges Personal Pflicht (ChemBiozidDV). Manche Hersteller weichen auf „Abwehrmittel“ mit Pyrethrinen aus, die nicht unter die Beratungspflicht fallen.
Geschützte Arten: Ameisen, Wespen, Hornissen
- Hügelbauende Waldameisen sind besonders geschützt und dürfen nicht bekämpft werden (UBA).
- Alle heimischen Wespen sind geschützt; ein Nest entfernen nur bei vernünftigem Grund (z. B. Allergiker, Kinder). Erste Anlaufstelle ist die Naturschutzbehörde. Hornissennester nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde (UBA).
Kammerjäger: Kosten und Anlaufstellen
- Kosten: Für eine einfache Nestentfernung sind 150–250 Euro plus MwSt. inkl. Anfahrt üblich; nie sofort an der Tür bar zahlen, Anbieter mit nur 0800- oder Handynummer meiden, Rechnung ggf. bei der Verbraucherzentrale prüfen lassen (Verbraucherzentrale).
- Seriöse Firmen findet man über den Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV) oder den Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (VFÖS), beide vom UBA verlinkt.
Mietrecht bei Schädlingsbefall
- Befall ist ein Mangel. Mieter müssen ihn unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB); wer das unterlässt, kann schadensersatzpflichtig werden und verliert ggf. Minderungsrechte.
- Der Vermieter ist in aller Regel für die Beseitigung zuständig und trägt die Kosten – auch wenn Tiere meist von Bewohnern eingeschleppt werden. Ausnahme: Der Mieter hat den Befall schuldhaft verursacht, was der Vermieter beweisen müsste (Berliner Mieterverein).
- Mietminderung ist möglich; muss man wegen einer Behandlung ausziehen, besteht Anspruch auf angemessene Ersatzunterkunft (Berliner Mieterverein).
- Über die Betriebskosten umlegbar ist Ungezieferbekämpfung nur als regelmäßig anfallende Leistung (§ 2 Nr. 9 BetrKV; Berliner Mieterverein: z. B. turnusmäßige Rattenköder), nicht der einmalige Einsatz wegen eines Befalls.
Verwandte Notizen
Lebensmittel lagern · Kleiderschrank organisieren · Abfluss verstopft · Richtig lüften · Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen · Mieter oder Vermieter – wer ist zuständig? · Mülltrennung · Gerüche in der Wohnung · Haustiere im Haushalt
Quellen 23
- Biozid-Portal Schädlingsratgeber – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/informationsportal-biozide/biozid-portal-schaedlingsratgeber
- Fruchtfliegen – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/fruchtfliegen
- Abortfliege – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/abortfliege
- Silber-, Ofen- und Papierfischchen – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/silber-ofen-papierfischchen
- Ameisen, Schwarze Wegameise – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/schwarze-wegameise
- Ameisen, Pharaoameise – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/pharaoameise
- Schaben – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/schaben
- Bettwanzen – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/bettwanzen
- Wespen und Hornissen – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/wespen-hornissen
- Wanderratte – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/wanderratte
- Fleas – University of Minnesota Extension (englisch) – https://extension.umn.edu/biting-insects/fleas
- Cat Fleas – Penn State Extension (englisch) – https://extension.psu.edu/cat-fleas
- Nagetiere als Gesundheitsschädlinge – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/nagetiere-als-gesundheitsschaedlinge
- Rodentizide (mit FAQ zu Klebefallen und Vorbeugung) – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/biozide/biozidprodukte/rodentizide
- Worauf muss man beim Einsatz von Fallen zur Nagetierbekämpfung achten? – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/worauf-muss-man-beim-einsatz-von-fallen-zur
- Worauf muss man beim Einsatz von Rodentiziden mit Antikoagulanzien achten? – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/worauf-muss-man-beim-einsatz-von-rodentiziden
- Informationen zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen (PDF, 2010) – Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3521/dokumente/hantavirus-informationsblatt_20100923.pdf
- Insektenspray – beim Kauf jetzt besser beraten? (Pressemitteilung 11.06.2025) – Verbraucherzentrale NRW – https://www.verbraucherzentrale.nrw/pressemeldungen/umwelt-haushalt/insektenspray-beim-kauf-jetzt-besser-beraten-107953
- Insektenspray, Schneckenkorn, Hygienereiniger: Gefahr für Katze und Hund – Verbraucherzentrale NRW – https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/umwelt-haushalt/produkte/insektenspray-schneckenkorn-hygienereiniger-gefahr-fuer-katze-und-hund-62314
- Wespennest entfernen zu Wucherpreisen: So wehren Sie sich gegen Abzocke – Verbraucherzentrale – https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/abzocke/wespennest-entfernen-zu-wucherpreisen-so-wehren-sie-sich-gegen-abzocke-28544
- MieterMagazin 4/2012: Ungeziefer in der Wohnung – Kammerjagd (PDF, S. 24 f.) – Berliner Mieterverein – https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/mmo/mietermagazin-0412.pdf
- § 536c BGB Mängelanzeige durch den Mieter – Bundesministerium der Justiz – https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__536c.html
- § 2 Betriebskostenverordnung (Nr. 9 Ungezieferbekämpfung) – Bundesministerium der Justiz – https://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/__2.html