Putzen

Richtig lüften

14 Quellen
Kurz gesagt

Mehrmals täglich (meist 3–5-mal) stoßlüften (Fenster ganz auf) statt Fenster dauerhaft kippen. Im Winter reichen je nach Kälte und Wind 3–10 Minuten, im Frühjahr/Herbst 10–20, im Sommer 10–30 Minuten – die Quellen weichen voneinander ab. Nach Duschen und Kochen sofort lüften. Ziel: relative Luftfeuchte 40–60 %, im Winter in schlecht gedämmten Wohnungen unter 50 %.

Stoßlüften vs. Kipplüften

Stoßlüften / Querlüften Kipplüften (dauerhaft)
Vorgehen Fenster weit öffnen, bei Querlüften gegenüberliegende Fenster/Türen Fenster gekippt, oft stundenlang
Luftaustausch schnell und vollständig langsam, ungleichmäßig
Wände kühlen kaum aus Wand entlang der Fenster kühlt aus → Kondensat, Schimmelrisiko (UBA)
Energie gering Energieverbrauch und Heizkosten steigen drastisch (UBA)
Empfehlung ja im Winter nein (UBA, Stiftung Warentest)

Querlüften (Durchzug, Fenster an gegenüberliegenden Fassaden gleichzeitig offen) vergrößert den Luftwechsel wesentlich (UBA).

Wie oft und wie lange

Jahreszeit Außentemperatur Dauer Stoßlüften Häufigkeit
Winter (Dez.–Feb.) unter ca. 5 °C 3–10 Minuten (je kälter/windiger, desto kürzer) 2–5-mal täglich
Übergang (März–Mai, Sept.–Nov.) ca. 5–15 °C 10–20 Minuten 3–4-mal täglich
Sommer (Juni–Aug.) über 15 °C 10–30 Minuten, am besten früh morgens und spät abends nach Bedarf

Die Quellen weichen voneinander ab:

  • Verbraucherzentrale: Winter bei Kälte oder Wind 3–5 Minuten, Frühjahr/Herbst 10–20 Minuten.
  • UBA (Schimmel-Seite): kalte Jahreszeit 2–3-mal täglich ca. 5 Minuten pro Raum; warme Jahreszeit 10–20 Minuten. UBA (Heiz-Tipps): Winter 5–10 Minuten, Sommer 20–30 Minuten.
  • co2online: 3–4-mal täglich; Winter 5 Minuten, Frühling/Herbst 10–20, Sommer 30 Minuten.
  • Stiftung Warentest: meist drei- bis fünfmal täglich durchlüften.

Im Sommer dauert der Luftaustausch länger, weil die Temperaturen drinnen und draußen ähnlich sind (UBA). Je mehr Personen, Pflanzen, Haustiere, Aquarien und Wäsche in der Wohnung, desto öfter lüften (UBA, Verbraucherzentrale). Die Monats- und Temperaturgrenzen der Tabelle sind Erfahrungswerte.

Faustregel: Morgens nach dem Aufstehen, mittags/nachmittags, abends, vor dem Schlafengehen (Erfahrungswert).

Situationen

Situation Vorgehen
Nach dem Duschen/Baden Wände und Glas abziehen, Fenster während und direkt danach 5–10 Min. weit öffnen (UBA); Badtür geschlossen halten, damit die Feuchte nicht in kühlere Räume zieht. Alternativ laut Verbraucherzentrale Lüftungsschlitze öffnen oder kippen, bis die Luftfeuchte dauerhaft unter 50 % liegt (Heizung dabei auf kleiner Stufe). Ohne Fenster: Lüfter 15–30 Min. nachlaufen lassen (Erfahrungswert).
Beim/nach dem Kochen Während und direkt nach dem Kochen 5–10 Min. Fenster weit öffnen (UBA). Dunstabzugshaube einschalten und nach dem Kochen einige Minuten nachlaufen lassen (Verbraucherzentrale). Eine Umlufthaube führt die Luft nicht nach außen ab, der Wasserdampf bleibt im Raum (Neff) – deshalb gerade dann nach dem Kochen stoßlüften (Verbraucherzentrale). Deckel auf Töpfe (Verbraucherzentrale), Küchentür zu.
Morgens im Schlafzimmer Pro Nacht gibt ein Mensch etwa ¼ l (UBA) bis ½ l (Verbraucherzentrale) Wasser ab: direkt nach dem Aufstehen 5–10 Min. bei weit offenem Fenster lüften (UBA), Bett aufdecken.
Wäsche trocknen in der Wohnung Möglichst nicht in der Wohnung trocknen; Trockenräume/Wäscheplätze nutzen, sonst mehr lüften. Abluftschlauch von Ablufttrocknern ins Freie führen (UBA).
Neue Möbel, Renovierung Mehrere Wochen häufiger lüften – Möbel und Baumaterialien dünsten Schadstoffe aus (Verbraucherzentrale, co2online; Dauer Erfahrungswert).
Pollenflug Tagsüber Fenster geschlossen halten; geringste Pollenkonzentration in der Stadt ca. 6–8 Uhr, auf dem Land ca. 19–24 Uhr (Allergieinformationsdienst); das Pollen-Factsheet nennt allgemein ca. 23–8.30 Uhr. Pollenschutzgitter halten mindestens 85 % ab. Pollenvorhersage beachten. Siehe Staub-wischen-und-Allergien</td> </tr> </tbody> </table></div> <h2>Heizen und Lüften</h2> <ol> <li><strong>Heizkörper bei geöffnetem Fenster abdrehen</strong> (UBA, co2online), danach wieder aufdrehen – sonst heizt das Ventil gegen die kalte Luft an.</li> <li><strong>Räume nicht auskühlen lassen:</strong> UBA-Empfehlung: Wohnbereich möglichst nicht über 20 °C, Küche 18 °C, Schlafzimmer 17 °C. Schlafzimmer auch tagsüber mindestens 16–18 °C (Verbraucherzentrale). Mindestens 16 °C in allen Räumen, auch bei Abwesenheit (co2online, UBA).</li> <li>Nachts oder bei einigen Stunden Abwesenheit auf etwa 18 °C absenken, bei mehreren Tagen Abwesenheit auf 15 °C (UBA).</li> <li>Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen halten, damit feuchte Luft nicht in kühlere Räume gelangt und dort Schimmel fördert (Verbraucherzentrale Hamburg).</li> <li>Heizkörper und kalte Außenwände nicht mit Möbeln zustellen (Verbraucherzentrale); große Möbel 5–10 cm von der Außenwand (co2online).</li> <li>Ein Thermo-Hygrometer zeigt, ob das Lüftungsverhalten passt (UBA, Verbraucherzentrale): Längere Zeit über 50 % → lüften (Verbraucherzentrale); in schlecht gedämmten Wohnungen im Winter möglichst unter 50 % (UBA). Unter 30 % entsteht kein Schimmel, aber trockene Luft reizt die Schleimhäute (Verbraucherzentrale).</li> </ol> <p>Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart Heizenergie (UBA); laut Verbraucherzentrale sind es rund 6 % pro Grad (→ [[[WL:Heizen-und-Heizkosten). Programmierbare Thermostate können etwa 10 % Energie sparen (UBA).

Häufige Fehler

  • Fenster im Winter den ganzen Tag gekippt.
  • Bei laufender Heizung lüften.
  • Kühles Schlafzimmer mit warmer, feuchter Luft aus der Wohnung „mitheizen“ (Tür offen).
  • Nur lüften, wenn es „stickig“ riecht – Feuchte riecht man nicht; Schimmel kann wachsen, bevor Kondenswasser sichtbar ist (Verbraucherzentrale).
  • Kondenswasser am Fenster stehen lassen.

Siehe auch: Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen, Staub wischen und Allergien.

Siehe auch

Quellen 14
Stand November 2026 · 105 Notizen · 1758 Quellenangaben · Angaben ohne Gewähr, im Zweifel Herstellerangaben und örtliche Regeln beachten.