Putzen

Schuhe und Leder pflegen

9 Quellen
Kurz gesagt

Neue Schuhe vor dem ersten Tragen imprägnieren und danach je nach Lederart pflegen: Glattleder mit Creme, Rauleder mit Bürste und Spray, Lackleder mit einem speziellen Lackpflegemittel. Nasse Schuhe mit Zeitungspapier ausstopfen und bei Zimmertemperatur trocknen lassen, nie auf der Heizung. Imprägniersprays nur im Freien und mit kurzen Sprühstößen benutzen, denn eingeatmete Sprühnebel können die Lunge schwer schädigen (BfR).

Wie man Schuhe und Taschen aufbewahrt, steht in Schuhe aufbewahren und Taschen, Schmuck und Accessoires aufbewahren. Wie man Sneaker in der Waschmaschine wäscht, steht in Spezielle Textilien waschen.

Welches Leder ist es?

Leder wird in zwei große Gruppen eingeteilt (IKW):

  • Glattleder: Es gibt gedecktes Glattleder mit Farbbeschichtung, Sonderformen davon sind gewachst, gefettet, lack- oder folienbeschichtet. Ungedecktes Glattleder ist unbeschichtet und empfindlicher.
  • Rauleder: Velours (früher „Wildleder“) entsteht durch Anschleifen der Fleischseite. Nubuk wird an der Haarseite angeschliffen, hat kürzere Fasern und braucht mehr Pflege.

Pflegemittel immer zuerst an einer unauffälligen Stelle testen (IKW).

Pflege nach Material

Material Reinigen Pflegen Nicht verwenden
Glattleder Schmutz mit Bürste oder feuchtem Lappen entfernen, trocknen lassen (ÖKO-TEST) Schuhcreme lieber mehrmals dünn als einmal dick auftragen, etwa 15 Minuten einziehen lassen, Reste abwischen und mit weicher Bürste polieren (Stiftung Warentest). Wachspaste gibt Hochglanz, flüssige Creme seidenmatten Glanz (ÖKO-TEST). Für empfindliches, ungedecktes Glattleder eignen sich Fein-Schuhpflegemittel als Tube oder Lotion, Dosencreme ist für gut gedecktes Leder gedacht (IKW). –
Rauleder (Velours, Nubuk) Trocken mit einer Raulederbürste (z. B. Kupferdraht) ausbürsten. Hartnäckige Flecken mit einem Veloursradierer behandeln (ÖKO-TEST). Fettflecken mit Speisestärke bestäuben, einige Minuten einwirken lassen, abbürsten (Utopia). Vor und nach dem Pflegen aufrauen. Farblose Imprägnier- oder Pflegesprays verwenden, es gibt auch Farbauffrischer (IKW, ÖKO-TEST). Schuhcreme, Wachs, Fett (verkleben den Flor, IKW). Bienenwachs ist „ein Tabu“ (Schuhindustrie-Verband bei ÖKO-TEST).
Lackleder Mit weichem Tuch abwischen. Bürsten können zerkratzen (ÖKO-TEST). Spezielles Lacklederöl oder -lotion, sonst wird der Lack stumpf oder bricht (ÖKO-TEST). Der IKW empfiehlt für Lack-, Reptil- und folienbeschichtetes Leder Spezialmittel. normale Schuhcreme (IKW)
Kunstleder wie das entsprechende Echtleder (IKW) Produkte, die zum Material passen (IKW) Hitze (wird wie Leder spröde, ÖKO-TEST)
Textil, Sneaker Schmutz mit einer Textilbürste ausreiben (ÖKO-TEST) oder mit feuchtem Lappen abwischen. Ob Maschinenwäsche möglich ist, steht in [[[WL:Spezielle-Textilien ]]]. Nach jeder Reinigung neu imprägnieren. Für Textil und Materialmix ist die Grundimprägnierung besonders wichtig (IKW).
Schwere Arbeits- und Wanderschuhe Bürste, Wasser Lederöl oder -fett nur bei Schuhen ohne Klimamembran. Mit Membran nur dafür entwickelte Produkte verwenden (IKW). Fett auf Membranschuhen

Tipp: Wechseln Sie die Schuhe möglichst täglich, damit sie zwischendurch austrocknen und weniger riechen (Schuhindustrie-Verband bei ÖKO-TEST).

Nasse Schuhe trocknen

  1. Grob verschmutzte Schuhe zuerst abwischen.
  2. Ist der Schuh auch innen nass, die Einlegesohle herausnehmen und getrennt trocknen (Erfahrungswert).
  3. Mit Zeitungspapier ausstopfen und das Papier wechseln, sobald es durchfeuchtet ist (ÖKO-TEST, Stiftung Warentest).
  4. Schuhe langsam bei Zimmertemperatur trocknen lassen, die Sohle nach außen gelegt (ÖKO-TEST).
  5. Erst die trockenen Schuhe putzen und pflegen (Stiftung Warentest).

Achtung: Schuhe nie auf oder unter die Heizung und nicht vor den Kaminofen stellen. Das Leder trocknet zu schnell und wird brüchig. Besonders anfällig sind Lackleder und Kunstleder, und bei Textilschuhen können Kleber und Sohlen leiden (ÖKO-TEST; Stiftung Warentest: „Hitze dörrt das Leder aus“).

Salzränder (Schneeränder)

  • Die weißen Ränder kommen oft nicht nur vom Streusalz, sondern auch von Gerbsalzen, die bei Nässe aus dem Leder austreten. Deshalb den ganzen Schuh abwischen, nicht nur den Rand (ÖKO-TEST).
  • Mit warmem, möglichst destilliertem Wasser und einem weichen, fusselfreien Tuch abwischen und trocknen lassen (Stiftung Warentest, ÖKO-TEST).
  • Bei hartnäckigen Rändern: Spezielle Schneerandentferner oder verdünnte Schuhshampoos gibt es für Glatt- und Rauleder (IKW).
  • Widerspruch: Eine Expertin des Schuhindustrie-Verbands empfiehlt bei ÖKO-TEST, die Ränder mit etwas Essigessenz zu betupfen, nachdem man an verdeckter Stelle getestet hat (sonst kann sich die Farbe verändern). Das Umweltbundesamt rät dagegen allgemein von Essigessenz ab, weil sie ätzend ist (siehe Hausmittel zum Putzen). Deshalb zuerst Wasser oder ein Spezialmittel versuchen.
  • Nicht warten: Je länger die Salze im Leder bleiben, desto schlechter gehen die Verfärbungen wieder heraus (ÖKO-TEST).

Imprägnieren

Wann: Vor dem ersten Tragen, bei Glatt- und Rauleder (IKW). Bei Regen und Schnee empfiehlt der Schuhindustrie-Verband, Schuhe, die stark beansprucht werden, etwa vor jedem dritten Tragen nachzubehandeln, und zwar nach dem Reinigen (ÖKO-TEST). Textilschuhe nach jeder Reinigung neu imprägnieren (IKW).

So geht's sicher:

  1. Den Schuh vorher reinigen und trocknen lassen.
  2. Draußen sprühen, z. B. auf dem Balkon. Imprägniersprays und Pumpzerstäuber dürfen nur im Freien oder bei guter Belüftung verwendet werden (IKW). Packungshinweise beachten.
  3. Wenige, kurze Sprühstöße aus ausreichendem Abstand, nicht in den Sprühnebel hineinatmen und mit dem Wind sprühen. Das BfR fand, dass wenige und kurze Sprühstöße zu einer geringeren Aufnahme in Lungenzellen führen, und auch Abstand und Belüftung spielen eine Rolle.
  4. Kinder und Haustiere fernhalten und die Schuhe draußen ablüften lassen (Erfahrungswert).
  5. Wenn möglich Pumpsprays statt Treibgasdosen und PFAS-freie Produkte verwenden. Diese sind z. B. als „PFAS-frei“, „fluorcarbonfrei“ oder „PFC-frei“ gekennzeichnet. „PFOA/PFOS-frei“ reicht nicht aus (ÖKO-TEST mit Angaben von Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale NRW).

Achtung (BfR): Imprägniersprays bilden feine Tröpfchen, die tief in die Lunge gelangen können. Dort können sie Atemnot bis hin zu einem Lungenödem auslösen. 2006 wurden nach der Anwendung zweier „Nano“-Versiegelungssprays innerhalb weniger Tage 97 teils schwere Fälle gemeldet. Laut BfR wird der Schaden an den Lungenzellen auch von Lösemitteln und Zusatzstoffen bestimmt. Wer nach dem Sprühen Husten, Atemnot oder Fieber bekommt, sollte sofort ärztliche Hilfe holen (Erfahrungswert, siehe Notfälle im Haushalt und Erste Hilfe im Haushalt).

Lederjacke, Ledertasche

  • Kleidung und Taschen sind meist aus feinerem Leder als Schuhe. Deshalb vor der ersten Nutzung grundimprägnieren (Spray oder Pumpzerstäuber, siehe oben) und je nach Beanspruchung auffrischen (IKW).
  • Glattleder (z. B. Nappa): Mit Leder-Schaumreiniger reinigen, nach dem Trocknen eine farblose Emulsionscreme dünn auftragen (IKW).
  • Rauleder: Regelmäßig mit Kreppbürste oder speziellem Gummiblock aufrauen. Für Kragen und Taschenränder gibt es Ledergummis oder Veloursreiniger (IKW).
  • Keine farbigen Pflegemittel auf großen Flächen: Die Farbe wird kaum gleichmäßig und kann abfärben (IKW).
  • Lederkleidung nicht in die Waschmaschine geben. Starke Verschmutzungen gehören in eine Lederreinigung (Erfahrungswert, siehe Flecken entfernen).

Häufige Fehler

  • Nasse Schuhe auf der Heizung trocknen.
  • Schuhcreme oder Wachs auf Rauleder verwenden.
  • Die Creme dick auftragen und nicht auspolieren, sodass das Leder fleckig wird und abfärbt.
  • Lackleder mit harter Bürste bearbeiten.
  • Imprägnierspray in der Wohnung oder im engen Flur sprühen.
  • Imprägnieren, ohne vorher zu reinigen. Der Schmutz wird dabei eingeschlossen.
  • Salzränder wochenlang lassen.
  • Mit Fett pflegen, obwohl der Schuh eine Klimamembran hat.

Verwandte Notizen

Quellen 9