Küche

Abwaschen von Hand

12 Quellen
Kurz gesagt

Im halbvollen Becken mit heißem Wasser statt unter fließendem Wasser spülen, vom saubersten zum schmutzigsten Teil: Gläser → Besteck → Teller → Töpfe und Pfannen. Schwämme mindestens einmal pro Woche austauschen, Spül- und Geschirrtücher spätestens nach einer Woche wechseln und bei 60 °C waschen.

Hand oder Maschine?

Eine voll beladene Spülmaschine im Eco-Programm ist sparsamer als Handspülen (Umweltbundesamt): Moderne Maschinen brauchen nur noch ca. 10 Liter Wasser und weniger als 1 kWh Strom pro Spülgang. Laut einer 2010 an der Universität Bonn eingereichten Doktorarbeit (Messungen 2007/08 in europäischen Haushalten) verbrauchen Haushalte mit Geschirrspüler im Schnitt 50 % weniger Wasser und 28 % weniger Energie, bezogen auf die Zahl der gespülten Teile (Öko-Test). Je nach Spülverhalten verbraucht ein Haushalt laut Uni Bonn zwischen 2.000 und 15.000 Liter Wasser im Jahr fürs Spülen (UBA-Faltblatt). Die Spannweite beim Handspülen ist groß: In den Bonner Versuchen kamen die Sparsamsten mit 14 Litern Wasser und 0,2 kWh für eine Maschinenladung aus, einzelne Teilnehmer verbrauchten unter fließendem, heißem Wasser mehr als 400 Liter (Öko-Test). Handspülen bleibt sinnvoll für alles, was nicht in die Maschine darf (siehe Spülmaschine einräumen), und für kleine Mengen.

Ausstattung

  • Zwei Becken oder eine Schüssel zum Klarspülen
  • Spülbürste (für Teller, Töpfe), Flaschenbürste (Gläser, Flaschen, Thermoskannen)
  • Spültuch oder Schwamm (weiche Seite für empfindliche Flächen)
  • Topfreiniger/Stahlwolle nur für robuste, unbeschichtete Teile (Edelstahl, Gusseisen)
  • Handschuhe bei empfindlicher Haut
  • Sauberes Geschirrtuch oder Abtropfgestell

Schritt für Schritt

  1. Vorbereiten: Speisereste abkratzen (Biotonne/Restmüll, siehe Mülltrennung). Stark Angetrocknetes oder Eingebranntes in kaltem Wasser mit etwas Spülmittel einweichen (Stiftung Warentest, Forum Waschen; heißes Wasser nur, wenn es schnell gehen muss). Begründung „Eiweiß und Stärke backen bei Hitze fest“: Erfahrungswert. Tipp von Forum Waschen: eingeweichte Töpfe auf die abgeschaltete, noch warme Herdplatte stellen.
  2. Becken halbvoll füllen mit heißem Wasser (Forum Waschen, Stiftung Warentest – Öko-Test nennt 40–45 °C als übliche Empfehlung, bei leicht verschmutztem Geschirr reicht lauwarmes Wasser). Erst Wasser, dann Spülmittel einfüllen.
  3. Spülmittel sparsam dosieren: Bei normalen Spülmitteln genügen ca. 4 ml (knapper Teelöffel) auf 5 Liter Wasser, bei Konzentraten weniger (Stiftung Warentest); Forum Waschen nennt 2–4 ml für tensidreiche bzw. ca. 5 ml für besonders hautmilde Mittel je 5 Liter. Packungsangabe beachten. Antibakterielle Spülmittel sind im Haushalt nicht nötig (Erfahrungswert).
  4. Reihenfolge – von sauber zu schmutzig:
  5. Gläser
  6. Tassen, Becher
  7. Besteck
  8. Holzteile (kurz, nicht einweichen lassen)
  9. Teller, Schüsseln
  10. Kunststoffdosen (Fett lässt sich schwer entfernen, daher später)
  11. Töpfe, Pfannen, Auflaufformen
  12. Stark fettige Teile, Grillroste zuletzt
  13. Wasser wechseln oder Spülmittel nachdosieren, sobald kein Schaum mehr zu sehen ist (Forum Waschen) bzw. das Wasser trüb ist.
  14. Nachspülen ist bei richtiger Dosierung laut Forum Waschen und Stiftung Warentest nicht nötig; Ausnahme nach Stiftung Warentest: Weingläser und Teetassen kurz mit kaltem Wasser nachspülen, damit kein Seifenfilm bleibt.
  15. An der Luft trocknen lassen bzw. vor dem Abtrocknen abtropfen lassen (Forum Waschen) – Abtropfgestell, Gläser auf einem sauberen Tuch (Stiftung Warentest). Gläser für Glanz mit sauberem, fusselfreiem Tuch polieren.

Achtung: Scharfe Messer nicht ins Spülwasser legen und „blind“ hineingreifen – einzeln spülen, mit dem Rücken zur Hand abwischen und sofort ablegen.

Spültuch und Schwamm: Hygiene

Schwämme sind porös, feucht und enthalten Lebensmittelreste – ein ideales Reservoir für Bakterien. In einer BfR-Untersuchung vermehrten sich Salmonellen, E. coli und Staphylococcus aureus in Küchenschwämmen innerhalb weniger Tage erheblich und überstanden auch eine mehrtägige Austrocknung. Wichtig: Eine Verunreinigung sieht, riecht und fühlt man nicht immer; auch stark belastete Schwämme wirkten unauffällig. Schon leichter Druck überträgt Keime auf Flächen (BfR).

Utensil Wechseln Waschen
Spültuch, Spüllappen spätestens nach 1 Woche (Forum Waschen), bei Geruch sofort bei 60 °C mit bleichmittelhaltigem Waschmittel (Forum Waschen)
Schwamm mindestens einmal pro Woche austauschen, im Zweifel früher (Stiftung Warentest); nach Kontakt mit rohem Fleisch entsorgen (BfR) Keimbelastung lässt sich durch mind. 2 Minuten in über 70 °C heißem Wasser verringern (BfR) – ersetzt den regelmäßigen Wechsel aber nicht
Spülbürste wenn Borsten abgenutzt oder verfärbt regelmäßig in der Spülmaschine mitspülen, Programm mit mind. 60 °C (BfR)
Geschirrtuch spätestens nach 1 Woche (Forum Waschen), das UBA-Faltblatt rät „gegebenenfalls täglich“; nach Kontakt mit rohem Fleisch sofort bei 60 °C

Regeln

  • Nach jedem Gebrauch gut auswaschen, auswringen und zum Trocknen aufhängen – nicht nass im Spülbecken liegen lassen.
  • Bürsten und Mikrofasertücher weisen laut früheren Studien geringere Keimzahlen auf als Schwämme, trocknen schneller und lassen sich in Spül- bzw. Waschmaschine bei mindestens 60 °C reinigen (BfR).
  • In Haushalten mit Kranken, Kindern oder älteren Menschen Schwämme häufiger austauschen (BfR, Stiftung Warentest).
  • Trennen: Ein Tuch für Geschirr, ein anderes für Arbeitsflächen; für Boden und Bad eigene Tücher (Farbsystem hilft). Für Hände und Geschirr unbedingt verschiedene Handtücher (UBA-Faltblatt).
  • Tuch oder Schwamm, mit dem Flächen nach Kontakt mit rohem Fleisch gereinigt wurden, sofort in die Wäsche bzw. entsorgen (BfR). Besser: dafür Küchenpapier verwenden.
  • Mikrowelle zum „Desinfizieren“ von Schwämmen ist unzuverlässig: Nicht alle Keime werden abgetötet, die widerstandsfähigsten überleben und vermehren sich wieder. Laut Verbraucherzentrale lassen sich Schwämme weder in Wasch- oder Spülmaschine noch in der Mikrowelle zuverlässig entkeimen; nach dem Reinigen wachsen potenziell krankmachende Keime sogar schneller nach. Außerdem besteht Brandgefahr bei trockenen Schwämmen (Erfahrungswert).

Mehr zur Hygiene: Küchenhygiene.

Häufige Fehler

  • Unter laufendem Warmwasser spülen.
  • Töpfe zuerst – das Wasser ist danach sofort fettig.
  • Zu viel Spülmittel (mehr Schaum heißt nicht sauberer).
  • Holzbretter oder Holzlöffel einweichen lassen.
  • Feuchten Schwamm wochenlang benutzen.
  • Grundsätzlich nachspülen – bei richtiger Dosierung unnötig.
Quellen 12

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