Küche

Kühlschrank: Zonen und Einräumen

15 Quellen
Kurz gesagt

Den Kühlschrank auf höchstens 7 °C einstellen, besser unter 5 °C (BfR). Kalte Luft sinkt nach unten: Fleisch und Fisch auf die Glasplatte über dem Gemüsefach (kälteste Stelle), Milchprodukte in die Mitte, Käse und Reste nach oben, Butter, Saucen und Getränke in die Tür.

Die richtige Temperatur

  • Höchstens 7 °C, besser unter 5 °C (BfR). Begründung: Listerien und Yersinien können auch unter 5 °C noch wachsen; leicht verderbliche Lebensmittel sollen laut DIN 10508 bei höchstens 7 °C gelagert werden; Hackfleisch verlangt sogar ≤ 2 °C (BfR).
  • Das BZfE beschreibt die Zonen ausgehend von etwa 7 °C im mittleren Fach; viele Ratgeber nennen 7 °C als Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Stromverbrauch (laut Verbraucherzentrale steigt der Stromverbrauch um etwa 6 % je Grad, das man den Kühlschrank kälter stellt). Das BfR warnt: Wird eine ohnehin hohe Temperatur von 7 °C um bis zu 2 °C angehoben, können leicht verderbliche Lebensmittel schneller verderben. Wer viel Hackfleisch, Fisch oder Rohmilchprodukte lagert oder Schwangere, Kleinkinder, Ältere oder Immungeschwächte im Haushalt hat, stellt auf 4–5 °C.
  • Kontrolle mit Kühlschrankthermometer: Temperatur regelmäßig an verschiedenen Stellen prüfen (BfR). In einer BfR-Umfrage (2020) lag die mittlere Kühlschranktemperatur bei 5,5 °C, aber nur die Hälfte der Befragten hatte überhaupt eine Anzeige oder ein Thermometer. Die Stufen am Drehregler sagen nichts über die tatsächliche Temperatur (Stiftung Warentest: eigene Messung sinnvoll). Praxistipp: Thermometer in ein Wasserglas auf ein mittleres Fach stellen und nach einiger Zeit (z. B. über Nacht) ablesen; ein bis zwei Grad Abweichung vom eingestellten Wert sind normal (Utopia).
  • Gefrierfach/Gefrierschrank: −18 °C oder kälter (BZfE, BfR).

Die Zonen

Bei klassischen Kühlschränken sinkt kalte Luft nach unten. Oben ist es wärmer, unten (über dem Gemüsefach) am kältesten (BZfE, BfR). Temperaturangaben nach Stiftung Warentest; das BZfE geht von etwa 7 °C im mittleren Fach aus:

Zone ca. Temperatur Was gehört hinein
Oberstes Fach ca. 8–10 °C (wärmste Innenzone) Marmelade, Soßen, Margarine, ungeöffnete Produkte (Stiftung Warentest); Reste abgedeckt
Mittlere Fächer ca. 4–7 °C Milch, Joghurt, Quark, Käse, Wurstaufschnitt, zubereitete Speisen; Milch hält bis 8 °C am längsten und gehört laut Stiftung Warentest in die mittlere Zone; Käse kann unter 4 °C Aroma verlieren. Eier: laut BZfE in der Mitte, weil es dort kälter ist als im Eierfach der Tür
Unterstes Fach, Glasplatte über dem Gemüsefach ca. 2–4 °C (kälteste Stelle) rohes Fleisch, Hackfleisch, Geflügel, Fisch, nahe der Rückwand (BfR)
Gemüsefach 2–3 °C wärmer als der Innenraum im Durchschnitt (BZfE) kühlschrankgeeignetes Obst und Gemüse, Salat, Kräuter
Tür wärmste Zone, Temperaturschwankungen Butter, Margarine, angebrochene Getränke, Saucen, Senf, Ketchup, Tuben (BZfE, Stiftung Warentest)
Null-Grad-Zone / Kaltlagerfach (falls vorhanden) ca. 0 °C Fleisch, Fisch, leicht verderbliche Produkte – nach Herstellerangabe (Stiftung Warentest, BfR)

Hinweis: In Geräten mit Umluft („No Frost“, „Multi Airflow“) sind die Temperaturen gleichmäßiger verteilt; die Einteilung schadet aber auch dort nicht.

Umstrittene Fälle

  • Milch in der Tür: Viele Kühlschränke haben dafür Flaschenfächer. BZfE: Milch und Pflanzendrinks stehen „nur ausnahmsweise im Türfach, wenn sie sehr bald getrunken werden“; Stiftung Warentest: wer sie schnell verbraucht, kann Milch auch in die Tür stellen. Frischmilch, die länger halten soll, besser ins mittlere Fach.
  • Eier: BZfE empfiehlt die Mitte statt der Tür (dort kälter); Stiftung Warentest sortiert Eier ins obere Fach (8–10 °C). Wichtig ist bei beiden: im Kühlschrank lagern.

Was nicht (oder nicht unbedingt) in den Kühlschrank gehört

Lebensmittel Warum Besser
Tomaten verlieren bei Kälte schneller an Geschmack (Verbraucherzentrale) dunkel, bei 12–16 °C (Verbraucherzentrale)
Bananen, Ananas, Mango, Papaya, Zitrusfrüchte Südfrüchte sind Wärme gewohnt und gehören erst angeschnitten in den Kühlschrank; Bananen werden im Kalten oft schneller braun; Zitrusfrüchte vertragen dank dicker Schale Wärme gut (Öko-Test) Zimmertemperatur
Kartoffeln Stärke wandelt sich in Zucker → süßlich; bei Lagerung unter 8 °C entstehen Zucker, die beim Braten/Frittieren mehr Acrylamid bilden (Verbraucherzentrale Hamburg); der Kühlschrank ist daher ungeeignet (BZfE) kühl, trocken, dunkel; für größere Vorräte Keller mit 4–6 °C (BZfE-Lagerseite); die BZfE-Kartoffelseite nennt 7–10 °C als ideale Haushaltstemperatur, die VZ NRW 4–8 °C; nicht neben Zwiebeln (BZfE)
Brot trocknet im Kühlschrank aus (BZfE) Brotkasten/Steintopf bei Raumtemperatur oder eingefroren; bei sehr heißem, schwülem Wetter ausnahmsweise Kühlschrank (BZfE)
Zucchini, Gurken, Auberginen, Paprika, Basilikum, Ingwer kälteempfindlich (BZfE: Lagerung bei Zimmertemperatur) Zimmertemperatur; 1–3 Tage im Kühlschrank gehen, wenn danach rasch verbraucht (BZfE)
Knoblauch, Zwiebeln keimen bzw. werden weich, Geruch kühl, dunkel, luftig; Zwiebeln nicht neben Kartoffeln (Verbraucherzentrale, BZfE)
Avocado (unreif), Steinobst (unreif) reift im Kühlschrank nicht nach erst bei Zimmertemperatur reifen lassen, dann kühlen
Honig, Öl, Schokolade, Kaffee kristallisiert, flockt aus, nimmt Gerüche und Feuchtigkeit auf Vorratsschrank
Ungeöffnete Konserven nicht nötig Vorratsschrank

Ausnahme Hitze: Bei sehr heißem und schwülem Wetter kann Brot vorübergehend in den Kühlschrank, dann schimmelt es nicht so schnell (BZfE).

Mehr dazu: Lebensmittel lagern.

Einräumen – Schritt für Schritt

  1. Gekühlte Ware direkt nach dem Einkauf einräumen; im Sommer Kühltasche verwenden.
  2. FIFO („first in, first out“): Neues nach hinten, Älteres und Ware mit kürzerem Datum nach vorn.
  3. Rohes Fleisch, Geflügel und Fisch gut verpackt ganz unten, damit kein Fleischsaft auf andere Lebensmittel tropft.
  4. Alles abgedeckt lagern (Dosen, Teller mit Deckel, Bienenwachstuch) – schützt vor Austrocknen und Geruchsübertragung.
  5. Warme Speisen zügig abkühlen: laut BfR innerhalb weniger Stunden auf unter 7 °C, größere Mengen dafür in mehrere flache Schalen portionieren; Reste innerhalb von 2–3 Tagen verbrauchen (BfR). Nicht stundenlang auf dem Herd stehen lassen.
  6. Nicht überfüllen: Luft muss zirkulieren, sonst entstehen warme Ecken und der Stromverbrauch steigt.
  7. Nichts an die Rückwand drücken (Eisbildung, Tauwasser kann nicht ablaufen).
  8. Tür nur kurz öffnen.

Achtung: Hackfleisch ist besonders empfindlich: lose beim Metzger gekauftes Hackfleisch am selben Tag innerhalb von 6–8 Stunden verbrauchen, abgepacktes innerhalb des Verbrauchsdatums (BZfE); bis dahin an der kältesten Stelle lagern. Siehe MHD, Verbrauchsdatum, Reste und Einfrieren.

Häufige Fehler

  • Temperatur nie gemessen.
  • Rohes Fleisch im oberen Fach (Fleischsaft tropft auf Fertiges).
  • Kühlschrank vollgestopft oder Lüftungsgitter verstellt.
  • Heiße Töpfe direkt hineinstellen (heizt den Innenraum auf, Kondenswasser, Eis).
  • Offene Konservendosen im Kühlschrank: Inhalt in Glas- oder Kunststoffdosen umfüllen.

Siehe auch: Kühlschrank reinigen und abtauen, Küchenhygiene.

Siehe auch

Quellen 15

Nicht geprüft (Seite nicht erreichbar):