Putzen

Haustiere im Haushalt

23 Quellen
Kurz gesagt

Tierhaare mit Gummihandschuh, Fusselbürste und Tierhaardüse entfernen, Urinflecken sofort aufnehmen und auswaschen, Katzenstreu in den Restmüll. Viele Reiniger, ätherische Öle, Lilien sowie Schokolade, Trauben, Zwiebeln und Xylit sind für Tiere gefährlich; nach Tierkontakt Hände waschen, Schwangere überlassen das Katzenklo anderen.

Tierhaare entfernen

Wo Was hilft Quelle
Teppich Staubsauger mit Tierhaardüse; ohne Sauger: Besen mit Gummilamellen (lädt sich statisch auf) Utopia
Sofa, Polster Polsterdüse/Fugendüse; leicht angefeuchteter Gummihandschuh oder Nylonstrumpfhose in kreisenden Bewegungen Utopia, hausjournal.net
Kleidung wiederverwendbare Fusselbürste oder Fusselrolle, Kragen und Ärmel nicht vergessen Utopia, hausjournal.net
vor der Wäsche Teile einige Minuten auf niedrigster Stufe in den Trockner – Haare landen im Flusensieb hausjournal.net
Waschmaschine nicht überladen, Anti-Fussel-Bälle; danach Flusensieb leeren, Trommel und Dichtung feucht auswischen hausjournal.net
Bett Schläft das Tier mit im Bett, Bettwäsche häufiger wechseln Utopia
  • Regelmäßiges Bürsten des Tiers, am besten draußen, reduziert Haare in der Wohnung; der Allergieinformationsdienst rät Allergikern ausdrücklich zur Fellpflege außerhalb der Wohnung.
  • Während des Fellwechsels (Frühjahr/Herbst) öfter saugen (Erfahrungswert). Wochenrhythmus: Wöchentliche Putzaufgaben, Böden: Böden reinigen.
  • Tierdecken und -kissen getrennt von anderer Wäsche waschen, Flusensieb danach reinigen (Erfahrungswert; siehe Waschmaschine reinigen).

Urin, Erbrochenes und Gerüche

Frischer Urinfleck – in drei Schritten (Ökotest):

  1. Flüssigkeit sofort mit Küchenkrepp, Lappen oder altem Handtuch aufnehmen; abziehbare Bezüge in die Waschmaschine.
  2. Stelle mit möglichst neutraler Seife und nassem Lappen auswaschen.
  3. Geruch neutralisieren, z. B. mit Essigreiniger oder verdünnter Essigessenz (Haushaltsessig) oder einem speziellen Reiniger aus dem Tierhandel. Vorher an unauffälliger Stelle testen.

Enzymreiniger (spezielle Urinentferner): Laut American Cleaning Institute (englisch) bauen Enzyme organische Rückstände wie Tierurin ab. Ein Produkt wählen, das ausdrücklich für Urin gedacht ist (Enzyme erkennt man auf dem Etikett an Namen auf „-ase“, z. B. Protease), großzügig auftragen, mindestens 10–15 Minuten einwirken lassen, bei hartnäckigem Geruch wiederholen; vorher an verdeckter Stelle testen, nicht für Seide oder Leder. Tiere und Menschen fernhalten, bis die Stelle ganz trocken ist (ACI).

  • Katzenurin riecht stechend, weil Bakterien Harnstoff zu Ammoniak abbauen; deshalb keine ammoniakhaltigen Reiniger – sie können die Katze ermuntern, dieselbe Stelle wieder zu nutzen (Ökotest).
  • Geruchsneutralisierer und Textilerfrischer aus der Drogerie enthalten oft Duftstoffe, die Allergien auslösen können, und sind nicht alle für die Nähe von Tieren geeignet (Ökotest). Überdecken ist keine Lösung – siehe Gerüche in der Wohnung.
  • Unsauberkeit bei einem bisher stubenreinen Tier kann gesundheitliche Gründe haben → Tierarzt (Erfahrungswert).
  • Flecken auf Textilien allgemein: Flecken entfernen.

Katzenklo und Katzenstreu

  1. Täglich Kot und Urinklumpen entfernen. Das BfR empfiehlt, die Katzentoilette täglich mit heißem Wasser zu reinigen und die Einstreu zu entsorgen, weil Toxoplasma-Oozysten im Kot erst nach 1–5 Tagen infektiös werden.
  2. Gründlich reinigen: gesamte Streu entfernen, Schale (und Deckel) z. B. in Badewanne oder Dusche ausspülen, mit warmem Wasser und mildem, möglichst neutralem Reiniger auswischen, klar nachspülen; Boden und Wände rund um den Standort mitwischen. Stark riechende Mittel können dazu führen, dass die Katze das Klo nicht mehr annimmt (Ökotest).
  3. Eine Lage Natron unter der frischen Streu soll Gerüche zusätzlich binden – hilft aber wenig, wenn die Streu selbst schlecht bindet (Ökotest).
  4. Danach Hände waschen (BfR).

Entsorgen: Katzenstreu aus Ton/Bentonit oder Silikat gehört in den Restmüll, pflanzliche Streu ebenfalls, in die Biotonne nur, wenn die Kommune es ausdrücklich erlaubt; niemals in die Toilette (Verstopfung, Rohrschäden). Details: Mülltrennung, Abfluss verstopft.

Achtung: Schwangere brauchen sich nicht von der Katze zu trennen, sollten das Katzenklo aber anderen überlassen; besonders gefährdete Personen (Schwangere, Immungeschwächte) sollten auch keine Freigängerkatzen streicheln (BfR). Wer noch keine Toxoplasmose hatte, kann das per Bluttest klären lassen (gesund.bund.de).

Was für Tiere giftig ist

Gruppe Beispiele Was passiert / was tun Quelle
Insektenmittel Sprays, Vernebler (Fogger), Spot-on-Mittel für Hunde mit Pyrethroiden (z. B. Permethrin) oder Pyrethrinen („Chrysanthemenextrakt“) Bei Katzen schwere Vergiftungen bis zum Tod: Krämpfe, Zittern, Torkeln, Speicheln, Erbrechen, Durchfall → sofort Tierarzt, Mittel mitnehmen. Hunde-Flohmittel nie bei Katzen, auch nicht im selben Haushalt ohne Rücksprache Verbraucherzentrale NRW (nach BfR)
Putzmittel ätzende Reiniger, Weichspüler, Hygienereiniger mit Benzalkoniumchlorid gelangen beim Hinlegen ins Fell, beim Putzen in den Mund → Verätzungen im Maul, Tier frisst und trinkt nicht. Besser Neutralreiniger, Schmierseife, Mikrofasertuch Verbraucherzentrale NRW
Ätherische Öle Teebaumöl; für Katzen außerdem u. a. Nelken-, Zimt-, Thymian-, Birken-, Wintergrünöl Katzen bauen Terpene und Phenole kaum ab und nehmen beim Putzen Öl auf; Vergiftungen mit Schwäche, Koordinationsstörung, Muskelzittern. Diffuser-Nebel setzt sich aufs Fell BfR (Teebaumöl), Utopia (Liste)
Zimmerpflanzen, Schnittblumen Lilien, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Amaryllis, Alpenveilchen, Primeln, Weihnachtsstern, Drachenbaum Speicheln, Durchfall, Erbrechen; Tulpen geben Gift auch ins Vasenwasser ab. Alle Lilien sind für Katzen hochgiftig (akutes Nierenversagen, oft erst nach Tagen bemerkt) Ökotest; Utopia (Lilien)
Lebensmittel Schokolade (besonders Zartbitter), Xylit (Birkenzucker), Weintrauben/Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Avocado, Macadamianüsse; rohe Salami (Aujeszky-Virus, Hund) Theobromin wird kaum abgebaut (Unruhe, Zittern, Herzrhythmusstörungen, Krämpfe – oft erst nach Stunden); Xylit: lebensgefährliche Unterzuckerung beim Hund schon ab 0,1 g/kg Körpergewicht; Zwiebelgewächse zerstören rote Blutkörperchen aponet, Verbraucherzentrale NRW, Utopia, Ökotest
Garten und Garage Schneckenkorn, Frostschutzmittel, Kunstdünger schmecken süß, werden gefressen → wegräumen, Verschüttetes sofort aufwischen Verbraucherzentrale NRW
Mäuse- und Rattengift Fraßköder mit Antikoagulanzien auch Haustiere, die vergiftete Nager fressen, sind gefährdet UBA (siehe Schaedlinge-in-der-Wohnung</td> </tr> </tbody> </table></div> <p><strong>Im Vergiftungsfall:</strong> sofort Tierarzt bzw. tierärztlichen Notdienst anrufen, Produkt in Originalverpackung oder Pflanze mitnehmen (Verbraucherzentrale NRW). <strong>Kein Erbrechen auslösen ohne tierärztliche Anweisung:</strong> Laut ASPCA-Giftnotruf (englisch) ist das zu Hause gefährlich – Salz kann eine lebensgefährliche Salzvergiftung auslösen, Öl in die Lunge gelangen, Finger im Hals verletzen; bei Katzen gibt es gar keine sichere Methode für zu Hause, bei ätzenden Stoffen schadet Erbrechen zusätzlich. Zuerst Tierarzt oder einen Tier-Giftnotruf anrufen und Gift, Menge und Zeitpunkt nennen (ASPCA). Notfälle bei Menschen: [[[WL:Notfaelle-im-Haushalt.

Achtung: Putz- und Insektenmittel, Medikamente und Duftöle tier- und kindersicher lagern – siehe Putzmittel, Werkzeug und Elektronik lagern. Frisch gewischte Böden trocknen lassen, bevor Tiere darüberlaufen (Erfahrungswert).

Hygiene im Alltag

Nach den Verbrauchertipps des BfR zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen:

  • Haustiere von Lebensmitteln fernhalten, während der Zubereitung nicht streicheln; Tiere nicht auf Arbeitsflächen (siehe Küchenhygiene).
  • Hände waschen mit Seife nach Kontakt mit Tieren oder deren Utensilien (Näpfe, Spielzeug, Klo, Leine).
  • Für Futternäpfe und Trinkschalen eigene Bürsten oder Tücher verwenden; Käfige möglichst nicht in der Küche reinigen.
  • Näpfe nach jeder Mahlzeit reinigen, Wasser täglich wechseln; Nassfutterreste nicht stehen lassen – sie locken auch Ameisen und Fliegen an (Erfahrungswert; UBA zu Ameisen).
  • Tierfutter verschlossen lagern (Mäuse, Vorratsschädlinge – UBA).

Rohfütterung (BARF) und Kauartikel: Hunde und Katzen können sich über rohes Fleisch oder Schlachtabfälle mit Salmonellen infizieren; auch Kauspielzeug tierischer Herkunft (z. B. getrocknete Schweineohren) ist immer wieder belastet. Erwachsene Tiere können unbemerkte Träger sein und Salmonellen mit dem Kot ausscheiden – Ansteckung z. B. beim Katzenklo oder Hundekot-Aufsammeln. Rohes Futter daher wie rohes Fleisch behandeln: getrennte Bretter und Schüsseln, Hände waschen (BfR). Bei Durchfall des Tiers besonders auf Hygiene achten.

Zoonosen kurz

Erreger Übertragung Schutz Quelle
Toxoplasmose Katzenkot (Oozysten), rohes Fleisch, ungewaschenes Gemüse; bis zu 70 % der Hauskatzen sind infiziert, nur ein Teil scheidet aus Katzen nicht roh füttern, Klo täglich heiß reinigen, Risikogruppen nicht reinigen lassen, Sandkasten abdecken, Gartenarbeit mit Handschuhen BfR
Salmonellen rohes Futter, Kauartikel, Kot Hände waschen, Napfhygiene, kein Streicheln beim Kochen BfR
Spul- und Hakenwürmer Eier/Larven im Kot, verunreinigte Erde, Sand Entwurmung nach Tierarzt, Kot rasch entsorgen, Sandkasten abdecken, Hände waschen CDC

Toxoplasmose verläuft zu über 90 % symptomlos, ist aber für das Ungeborene bei Erstinfektion in der Schwangerschaft und für Immungeschwächte gefährlich (gesund.bund.de). Weitere Zoonosen: Spul- und Hakenwürmer werden über Eier bzw. Larven im Tierkot übertragen, die Eier bleiben im Boden wochen- bis jahrelang infektiös. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (englisch) rät: Welpen und Kätzchen früh (oft mehrfach) vom Tierarzt entwurmen lassen, regelmäßige Tierarztbesuche mit Impfungen, Entwurmung sowie Floh- und Zeckenschutz, Kot rasch beseitigen, Sandkästen abdecken, Hände waschen, Kinder unter 5 Jahren beim Tierkontakt beaufsichtigen und Tiere nicht küssen und nach dem Anfassen die Hände nicht in den Mund nehmen lassen; Kinder unter 5, Ältere ab 65, Schwangere und Immungeschwächte sind besonders gefährdet. Hautpilz und Flöhe: bei Hautveränderungen bzw. Juckreiz beim Tier zum Tierarzt; Flöhe in der Wohnung → Schädlinge in der Wohnung.

Allergien

  • Häufigste Auslöser sind Katzen und Hunde, daneben Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Vögel u. a. Das Hauptallergen der Katze (Fel d 1) ist sehr leicht, schwebt stundenlang in der Luft und hält sich noch Monate nach dem Auszug einer Katze in Räumen. Allergenfreie Rassen gibt es nicht (Allergieinformationsdienst).
  • Wirksamste Maßnahme ist, den Kontakt zu meiden. Bei schwachen Beschwerden helfen laut Allergieinformationsdienst u. a.: 1. Tier nicht ins Schlafzimmer und nicht auf Polstermöbel lassen, 2. Böden und Möbel täglich wischen, Staubsauger mit Spezialfilter (z. B. HEPA) verwenden, 3. waschbare Bezüge für Polster; Teppiche, Staubfänger und Vorhänge reduzieren (Rollos), 4. nach Tierkontakt Hände waschen, Kleidung wechseln, Kleiderroller statt Kleiderbürste, 5. Bettwäsche häufig wechseln, Fellpflege außerhalb der Wohnung, ggf. Luftreiniger.
  • Vor der Anschaffung eines Tiers bei Allergieverdacht ärztlich testen lassen (Erfahrungswert). Mehr zu Staub und Allergien: Staub wischen und Allergien.

Häufige Fehler

  • Flohspray oder Insektenvernebler in der Wohnung mit Katze.
  • Hunde-Spot-on bei der Katze anwenden.
  • Ammoniakhaltigen oder stark parfümierten Reiniger für Urinflecken oder das Katzenklo.
  • Katzenstreu in die Toilette.
  • Lilien oder Tulpen in der Vase, wenn eine Katze im Haushalt lebt.
  • Näpfe mit dem Familienspülschwamm abwaschen; Tier auf der Arbeitsfläche dulden.
  • Duft-Diffuser mit ätherischen Ölen neben dem Katzenkorb.

Verwandte Notizen

Mülltrennung · Gerüche in der Wohnung · Schädlinge in der Wohnung · Küchenhygiene · Staub wischen und Allergien · Reinigungsmittel-Übersicht · Flecken entfernen · Notfälle im Haushalt

Quellen 23
Stand November 2026 · 105 Notizen · 1758 Quellenangaben · Angaben ohne Gewähr, im Zweifel Herstellerangaben und örtliche Regeln beachten.