Wäsche falten und lagern
Nur saubere und vollständig trockene Wäsche einräumen. Knitteranfälliges (Hemden, Blusen, Kleider) hängen, Dehnbares (Strick, Jersey) falten. Saisonware gewaschen, luftig und dunkel in atmungsaktiven Behältern lagern und regelmäßig auf Motten kontrollieren.
Hinweis: Der Abschnitt Mottenschutz ist mit Umweltbundesamt, Stiftung Warentest und BfR belegt, die Regeln zu Hängen/Falten, Vakuumbeuteln und Leder mit Utopia. Die Schritt-für-Schritt-Faltanleitungen (T-Shirt, Hemd, Pullover, Spannbettlaken) beruhen auf allgemeinem Haushaltswissen (Erfahrungswerte); vor dem Einsatz von Mottenschutzmitteln die Produktangaben beachten.
Grundregeln
- Nur saubere Wäsche lagern: Hautschuppen, Schweiß und Essensreste locken Motten und Teppichkäfer an; Flecken oxidieren und werden mit der Zeit gelb oder braun.
- Nur ganz trockene Wäsche einräumen: Restfeuchte führt zu Stockflecken und Muffgeruch.
- Nicht zu dicht packen: Luft muss zirkulieren, sonst knittert und muffelt es.
- Dunkel lagern: Licht bleicht Farben aus.
- Hängen oder falten?
| Hängen | Falten/Legen |
|---|---|
| Hemden, Blusen, Anzüge, Sakkos, Kleider, Röcke, Mäntel, Stoffhosen | Pullover und Strickjacken, T-Shirts aus Jersey, Jeans, Sportkleidung, Unterwäsche |
| breite, geformte Bügel für Jacken; Klammerbügel für Röcke | schwere Strickteile nie auf Bügel – sie leiern an den Schultern aus |
Utopia: Blusen, Hemden, Kleider und Blazer auf Bügel hängen, mit genug Abstand (sonst knittern und scheuern die Stoffe, Feuchte staut sich); schwere Pullover grundsätzlich falten und legen, damit sie die Form behalten; Seide locker hängen.
Falten Schritt für Schritt
T-Shirt
- Shirt mit der Vorderseite nach unten flach auslegen, glattstreichen.
- Eine Seite samt Ärmel etwa ein Drittel zur Mitte klappen, Ärmel zurück nach außen falten, damit eine gerade Kante entsteht.
- Andere Seite genauso.
- Von unten zur Hälfte bzw. in Dritteln nach oben falten.
- Für Schubladen: hochkant stellen („Schubladen-Ablage" nach KonMari-Prinzip) – man sieht alle Teile auf einen Blick.
Hemd (zum Verstauen oder Verreisen)
- Hemd zuknöpfen (mindestens oberster, mittlerer und unterster Knopf), mit dem Rücken nach oben auslegen.
- Eine Seite mit Ärmel etwa auf Kragenbreite zur Mitte klappen, Ärmel nach unten legen.
- Andere Seite gleich.
- Unteren Teil ca. ein Viertel hochklappen, dann noch einmal bis unter den Kragen.
- Umdrehen – Kragen liegt oben.
Pullover
- Vorderseite nach unten auslegen.
- Ärmel diagonal über den Rücken legen.
- Seiten jeweils zur Mitte einschlagen.
- Zur Hälfte falten. Schwere Pullover nicht stapeln – höchstens 3–4 Stück übereinander.
Hose
Beine aufeinanderlegen, an der Bügelfalte ausrichten, einmal oder zweimal quer falten; Stoffhosen besser über einen Hosenbügel hängen.
Socken und Unterwäsche
Socken paarweise flach aufeinanderlegen und falten statt einrollen/umstülpen – das schont die Bündchen. Unterwäsche dritteln.
Bettwäsche
- Bettwäsche-Sets: Bezug, Kissenbezug(e) und ggf. Laken falten und alles in einen der Kissenbezüge stecken – so bleiben Sets zusammen und der Schrank ordentlich.
- Spannbettlaken: Laken auf links drehen, je zwei Ecken ineinanderstecken (erst an den kurzen, dann an den langen Seiten), flach auf den Tisch legen, Gummizug-Kanten nach innen einschlagen, zu einem Rechteck falten.
- Wechselrhythmus: mehrere Garnituren im Wechsel benutzen, damit sich die Abnutzung verteilt.
- Lagerung: trocken, dunkel, nicht in Plastikfolie (Feuchte staut sich); Leinen- oder Baumwollbeutel sind besser.
- Bettdecken und Kissen außerhalb der Saison (z. B. Winterdecke) vorher waschen oder lüften, vollständig trocken in atmungsaktive Hüllen packen; Daunen brauchen Platz, damit sie nicht zerdrückt werden – nicht im Vakuumbeutel aufbewahren (Utopia).
Saisonale Lagerung
- Aussortieren: Was zwei Saisons nicht getragen wurde, spenden (Altkleidercontainer nur für tragbare Kleidung) oder verkaufen.
- Alles waschen bzw. reinigen lassen, auch nur einmal getragene Teile. Nach Pflegeetikett vorgehen (siehe Pflegesymbole (GINETEX) erklärt).
- Vollständig trocknen lassen.
- Behälter wählen: Baumwoll- oder Vliesboxen, Kleidersäcke aus Stoff, Kartons mit Deckel. Dicht schließende Plastikboxen nur in trockenen Räumen und nur mit absolut trockener Wäsche.
- Ort: trocken, kühl und dunkel – Schrank, Bettkasten, trockener Dachboden. Feuchte Keller meiden (Schimmel, Stockflecken; siehe Schimmel vorbeugen und kleine Flächen entfernen).
- Vakuumbeutel: sparen Platz und schützen vor Motten, Schimmel und Gerüchen, gut für Synthetik und Bettwäsche. Ob Wolle hinein darf, ist umstritten: Das Umweltbundesamt nennt Vakuumbeutel ausdrücklich als mottensichere Verpackung für Wollsachen; Utopia rät, Daunen und Wolle nicht darin aufzubewahren (empfindliche Kleidung knittert stark, Daunen werden zerdrückt). Leder nie luftdicht oder in Plastik verpacken – es kann schimmeln; luftig im Schrank lagern, nicht in Keller oder Dachboden (Utopia).
- Beschriften und eine Liste/Fotos der Boxinhalte machen.
- Beim Hervorholen: auslüften, ggf. kurz in den Trockner (Auffrischprogramm) oder bügeln.
Mottenschutz
Schaden richten nur die Larven der Kleidermotte an (die Falter fressen nichts); sie fressen keratinhaltige Materialien wie Wolle (auch Kaschmir), Haare/Pelz und Federn – bevorzugt in geschützten, ungestörten Bereichen. Pflanzenfasern wie Baumwolle werden nicht befallen. Ideal für Motten sind etwa 24 °C und mindestens 75 % Luftfeuchte; unter 15 °C und bei Trockenheit entwickeln sie sich schlecht. Meist werden sie mit befallenen Textilien eingeschleppt; Gesundheitsrisiken für Menschen sind nicht bekannt (Umweltbundesamt).
Vorbeugen:
- Wollsachen nur sauber einlagern.
- Länger ungenutzte Wollsachen gereinigt und gut verschlossen verpacken, z. B. in Kleidersäcken oder Vakuumbeuteln (Umweltbundesamt) – Motten kommen nicht hinein.
- Schrank regelmäßig lüften und auswischen (Utopia; ein festes Intervall nennt keine der geprüften Quellen). Bei Befall Schrank samt Fugen, Ritzen und Fußleisten gründlich aussaugen und mit Essigwasser auswischen (Umweltbundesamt); Staubsaugerbeutel danach entsorgen.
- Benutzte Kleidung, Felle und Decken regelmäßig ausklopfen, lüften und der Sonne aussetzen; Motten halten sich bevorzugt in geschützten, ungestörten Bereichen auf (Umweltbundesamt).
- Duftstoffe wie Lavendel, Nelken oder Zedernholz können laut Umweltbundesamt ergänzend helfen, schrecken Motten aber nicht hundertprozentig ab und töten weder Eier noch Larven; Zedernholz-Duft lässt sich durch Anschleifen auffrischen. Zugelassene Biozidprodukte mit nachgewiesener Wirkung gibt es auf Pfefferminzöl-Basis.
- Pheromonfallen (Lockstoff-Klebefallen) zeigen, ob Motten da sind – Kontrollinstrument, keine Bekämpfung, sie fangen nur Männchen. Mehrere Fallen aufstellen, um den Befallsherd zu finden, und nach der Bekämpfung zur Erfolgskontrolle weiter nutzen.
Bei Befall:
- Befallene Teile identifizieren (kleine, unregelmäßige Fraßlöcher, Gespinste, Kotkrümel in der Farbe des Stoffs). Zerstörte Textilien in einer verschlossenen Plastiktüte über den Hausmüll entsorgen.
- Waschbares bei 60 °C waschen, wenn das Etikett es erlaubt (Stiftung Warentest).
- Nicht heiß waschbare Teile in einen Beutel und einfrieren: Das Umweltbundesamt nennt mindestens −19 °C für mindestens 36 Stunden, Stiftung Warentest rät, Wolle eine Woche ins Gefrierfach zu legen. Haushaltsgefriergeräte erreichen meist nur −18 °C – dann lieber länger einfrieren.
- Schrank komplett leeren, Fugen, Ritzen und Fußleisten gründlich aussaugen, mit Essigwasser auswischen und gut trocknen lassen. Übrige Textilien waschen, ausklopfen oder absaugen und ausgebreitet in die Sonne legen (Umweltbundesamt).
- Biologische Bekämpfung mit Schlupfwespen (Trichogramma evanescens, ca. 0,4 mm, für Mensch und Haustier ungefährlich): Sie legen ihre Eier in die Motteneier und verschwinden, wenn keine mehr da sind. Die Kärtchen müssen laut Umweltbundesamt über rund 4,5 Monate bis zu sechsmal erneuert werden.
- Bei hartnäckigem, wiederkehrendem Befall einen Schädlingsbekämpfer hinzuziehen.
Achtung: Klassische Mottenkugeln enthielten Naphthalin – laut BfR als „vermutlich krebserzeugend“ (Kategorie 2) eingestuft und in der EU als Mottenschutzmittel vollständig durch andere Stoffe ersetzt. Alte Mottenkugeln nicht mehr verwenden. Auf chemische Mittel (Biozide, z. B. Insektizid-Mottenpapiere mit Pyrethroiden) sollte laut Umweltbundesamt soweit möglich verzichtet werden; sie gehören nicht in Kinderzimmer und nicht in Kontakt mit Haut und Lebensmitteln – lieber auf saubere Lagerung, Kälte und Schlupfwespen setzen.
Häufige Fehler
- Getragene Wollpullover ungewaschen in die Kiste → Mottenbuffet.
- Leicht feuchte Wäsche in Plastikboxen → Stockflecken.
- Strickjacken auf dünnen Drahtbügeln → ausgebeulte Schultern.
- Weiße Wäsche jahrelang in Holzschränken oder Karton ohne Schutz → Vergilbung.
- Keller als Lager ohne Feuchtekontrolle.
Siehe auch: Wäsche an der Luft trocknen, Bügeln, Putzplan – Übersicht.
Quellen 9
- Umweltbundesamt: Kleidermotten – https://www.umweltbundesamt.de/kleidermotten
- Stiftung Warentest: Motten – Natürlich bekämpfen – https://www.test.de/Motten-Natuerlich-bekaempfen-5197856-0/
- BfR: Naphthalin in Verbraucherprodukten für den gesundheitlichen Schutz geregelt (FAQ, PDF, 08.08.2025) – https://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-naphthalin-in-verbraucherprodukten.pdf
- Utopia: Saisonwechsel – so lagerst du Winterklamotten richtig ein – https://utopia.de/ratgeber/saisonwechsel-so-lagerst-du-winterklamotten-richtig-ein_883384/
- Utopia: Kleidung richtig aufbewahren – https://utopia.de/ratgeber/kleidung-richtig-aufbewahren-so-verlaengerst-du-die-lebensdauer-deiner-klamotten_860593/
Nicht geprüft (Seite nicht erreichbar):
- dm: Wäsche aufhängen (Hängen vs. Falten, Formerhalt) – https://www.dm.de/tipps-und-trends/haushaltstipps/waschtipps/waesche-aufhaengen-2708302
- wandernundmehr: Wie hänge ich T-Shirts auf? – https://www.wandernundmehr.at/faq/wie-hange-ich-t-shirts-auf
- stylejournal: Hemd falten leicht gemacht – https://stylejournal.de/mode/bekleidung/hemden/hemd-falten-leicht-gemacht
- Breuninger: Hemden waschen (Pflege und Aufbewahrung) – https://www.breuninger.com/de/editorial/hemden-guide/hemden-waschen/