Bei Feuer, Rauch oder Gefahr für Menschen: raus, Tür zu, Notruf (örtliche Notrufnummer, in Deutschland/EU 112). Fettbrand nie mit Wasser löschen – Deckel drauf, Hitze aus. Bei Gasgeruch keinen Schalter betätigen, Fenster auf, Haus verlassen, von draußen anrufen. Bei Wasserrohrbruch zuerst Wasser absperren, dann Strom sichern.
Wichtige Nummern
Die örtlichen Nummern vorab heraussuchen und im Handy speichern – Nummern für Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland.
Nummer
Wofür
Notruf
Feuerwehr und Rettungsdienst (Notarzt)
Polizei
Polizei
Ärztlicher Bereitschaftsdienst
nachts/Wochenende, nicht lebensbedrohlich
Giftnotruf
Vergiftungen – siehe Erste-Hilfe-im-Haushalt</td>
</tr>
<tr>
<td>Störungsdienst Gas / Strom</td>
<td>Nummer des <strong>Netzbetreibers</strong> (steht auf der Gas-/Stromrechnung bzw. Website) – im Handy speichern</td>
</tr>
<tr>
<td>Notdienst Hausverwaltung/Vermieter</td>
<td>Steht oft im Treppenhaus – im Handy speichern</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Sperr-Notruf</strong></td>
<td>EC-/Kreditkarten, Online-Banking sperren</td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
<p><strong>Notruf absetzen (W-Fragen):</strong> <strong>Wo</strong> ist es passiert? <strong>Was</strong> ist passiert? <strong>Wie viele</strong> Betroffene? <strong>Welche</strong> Verletzungen? <strong>Warten</strong> auf Rückfragen – nicht selbst auflegen.</p>
<hr />
<h2>Brand in der Wohnung</h2>
<h3>Fettbrand (Pfanne, Topf, Fritteuse)</h3>
<blockquote class="warn"><p> <strong>Achtung:</strong> <strong>Niemals mit Wasser löschen!</strong> Wasser verdampft im über 100 °C heißen Fett schlagartig (1 l Wasser → ca. 1.700 l Dampf) und reißt brennendes Fett als Feuerball aus dem Topf („Fettexplosion“). Schwere Verbrennungen und Ausbreitung des Feuers sind die Folge.</p>
</blockquote>
<ol>
<li><strong>Herd/Fritteuse ausschalten</strong> (bei Gas: Gaszufuhr zu).</li>
<li><strong>Passenden, dicht schließenden Deckel</strong> oder ein Backblech auf Topf/Pfanne legen – Feuer erstickt ohne Sauerstoff. Deckel drauf und Wärmezufuhr aus löst das Problem laut Stiftung Warentest oft schon.</li>
<li>Alternativ: Fettbrandlöscher bzw. Löschspray (<strong>Brandklasse F</strong>, BBK: nur solche Löscher verwenden); notfalls ein <strong>nasses, ausgewrungenes Küchenhandtuch</strong> überwerfen (im belgischen Test zuverlässiger als Löschdecken, laut Stiftung Warentest).</li>
<li>Topf <strong>nicht</strong> durch die Wohnung tragen; nur wenn es gefahrlos geht, von der heißen Platte nehmen (BBK). Deckel längere Zeit nicht anheben – Fett kann sich wieder entzünden. Die Feuerwehr Cambridgeshire rät, den Topf nach dem Abschalten der Hitze <strong>mindestens 30 Minuten abkühlen</strong> zu lassen und ihn nicht zu bewegen.</li>
<li>Feuer nicht aus? Raus, Tür zu, <strong>Notruf</strong>.</li>
</ol>
<p><strong>Löschdecke bei Fettbrand: eher nicht.</strong> Stiftung Warentest (2017, nach einem belgischen Test von 2015): „Für Fettbrände sind Löschdecken kaum geeignet. Sie können den Brand sogar schlimmer machen.“ Alle 16 geprüften Decken scheiterten an den Norm-Kriterien für Fettbrand; bei 13 schlugen die Flammen durch, bei zwei loderte das Feuer nach 15 Minuten wieder auf. Einzelne Feuerwehr- und DRK-Materialien und der ADAC (Ratgeber Brandklassen, 2026: „gegebenenfalls eine Löschdecke vorsichtig über die Flammen legen“) nennen die Löschdecke dagegen weiterhin als Mittel gegen Fettbrände; als geeignetes Löschmittel für Brandklasse F nennt der ADAC aber ausschließlich Fettbrandlöscher. Deckel, nasses Küchentuch oder F-Löscher sind die sicherere Wahl.</p>
<h3>Kleiner Brand (Papierkorb, Adventskranz, Gerät)</h3>
<ol>
<li>Andere warnen, Kinder/Hilfsbedürftige in Sicherheit bringen.</li>
<li>Nur löschen, wenn der Brand <strong>klein</strong> ist (nicht größer als ein Papierkorb) und der <strong>Fluchtweg im Rücken</strong> frei bleibt.</li>
<li>Elektrogerät: wenn gefahrlos möglich <strong>Stecker ziehen/Sicherung aus</strong>.</li>
<li>Feuerlöscher: Siehe unten. Kleines Feuer ohne Strom/Fett: auch Wasser, Löschdecke oder feuchtes Tuch.</li>
<li>Auch wenn er gelöscht scheint: Glutnester, Rauch → Feuerwehr verständigen.</li>
</ol>
<h3>Größerer Brand oder Rauch</h3>
<ol>
<li><strong>Raus</strong> – keine Wertsachen suchen.</li>
<li><strong>Türen hinter sich schließen</strong> (nicht abschließen) – hält Rauch und Feuer auf.</li>
<li>Im Rauch <strong>gebückt/kriechend</strong> bewegen – unten ist die Luft besser. Rauch ist die eigentliche Gefahr: Wenige Atemzüge Brandrauch können bewusstlos machen.</li>
<li><strong>Notruf</strong> von draußen.</li>
<li><strong>Kein Aufzug.</strong></li>
<li>Treppenhaus verqualmt? <strong>In der Wohnung bleiben</strong>, Tür schließen, Ritzen mit nassen Tüchern abdichten, am Fenster bemerkbar machen, Notruf wählen und Standort durchgeben.</li>
<li>Kleidung brennt: <strong>Stopp – Hinlegen – Wälzen</strong> bzw. Löschdecke/Decke umlegen, danach Erste Hilfe ([[[WL:Erste-Hilfe-im-Haushalt).
Feuerlöscher und Löschdecke
Gerät
Empfehlung
Feuerlöscher
Für Haushalt: Schaumlöscher 6 l für die Brandklassen A (feste Stoffe) und B (Flüssigkeiten, auch schmelzende Kunststoffe/Wachs); Stiftung Warentest hat 6-l-Löscher geprüft, die aus mehreren Metern Abstand löschen. Pulver löscht gut (laut DRK der gebräuchlichste Löscher), verursacht aber erheblichen Folgeschaden durch Staub. Prüfung: Auf den Geräten steht meist „längstens alle zwei Jahre auf Einsatzbereitschaft überprüfen“ (Pflicht? → siehe Abschnitt Nur Deutschland).
Fettbrandlöscher (F)
Löscher oder Löschspray mit 0,6 l und F-Kennzeichnung für die Küche (Stiftung Warentest) – ergänzen, ersetzen keinen 6-l-Löscher. Haltbarkeitsdatum beachten.
Löschdecke
Für brennende Kleidung, kleine Brände (nicht für Fettbrand, s. o.). Griffbereit an der Wand, nicht im Schrank.
Löschen mit dem Feuerlöscher (DRK): Löscher erst am Brandherd auslösen, senkrecht halten, mit dem Wind (nie gegen den Wind) löschen, stoßweise, von außen nach innen und von vorn nach hinten; Reserve für Rückzündungen behalten, Glutnester nachlöschen. Mehrere Löscher gleichzeitig statt nacheinander einsetzen (Erfahrungswert Feuerwehr). Ob ein Feuerlöscher vorgeschrieben ist und geprüft werden muss, regelt das jeweilige Land → siehe Abschnitt Nur Deutschland.
Gasgeruch
Erdgas ist geruchlos; zugesetzt wird ein Warnstoff. Meist riecht er nach faulen Eiern/Schwefel, je nach Netzbetreiber aber auch lösungsmittel- oder klebstoffartig – einen einheitlichen Gasgeruch gibt es nicht (Bosch Home Comfort). Den Geruch des eigenen Netzbetreibers kennen.
Keine Zündquellen: Keine Lichtschalter, keine Klingel, keine Elektrogeräte ein- oder ausschalten, keine Stecker ziehen, kein Feuer, nicht rauchen, keinen Aufzug. Kein Handy/Telefon im Gebäude benutzen (Bosch Home Comfort).
Fenster und Türen öffnen, für Durchzug sorgen – nur, wenn es auf dem Weg nach draußen schnell und sicher geht; keine Ventilatoren oder Dunstabzugshaube einschalten.
Gashahn schließen, wenn gefahrlos erreichbar (Hebel quer zur Leitung = zu).
Mitbewohner und Nachbarn warnen – klopfen, nicht klingeln.
Gebäude verlassen.
Von draußen den Bereitschaftsdienst des Gasnetzbetreibers anrufen (rund um die Uhr; Nummer auf der Gasrechnung und der Website) – bei Gefahr bzw. ohne Nummer: Notruf, die Feuerwehr leitet weiter (Bosch Home Comfort).
Nicht zurückgehen, bis Feuerwehr/Störungsdienst Entwarnung gibt.
Wasser absperren – in dieser Reihenfolge, je nachdem, wo das Leck ist:
- Eckventil am Gerät (Waschbecken, WC, Waschmaschine)
- Absperrventil der Wohnung (Bad, Küche, am Wasserzähler, hinter Revisionsklappe)
- Hauptwasserhahn des Hauses (meist im Keller am Hauswasserzähler; im Uhrzeigersinn zudrehen); Leck außerhalb des Gebäudes: Wasseranschluss am Hauseingang (ADAC)
Strom: Läuft Wasser in die Nähe von Steckdosen, Leitungen oder Geräten → Sicherungen ausschalten. Nicht durch Wasser gehen, in dem Geräte unter Spannung stehen könnten.
Große Mengen: Feuerwehr (Notruf) zum Abpumpen; Nachbarn unten warnen.
Wasser aufnehmen, Möbel hochstellen, Teppiche raus.
Fotos/Videos zur Dokumentation; Wasserstand markieren, Liste beschädigter Gegenstände mit Anschaffungsjahr und Preis anlegen (ADAC).
Vermieter/Hausverwaltung und Versicherung (Gebäude-, Hausrat-, Haftpflicht) sofort informieren – wer zahlt, hängt von Mietvertrag, örtlichem Mietrecht und Versicherung ab (→ siehe Abschnitt Nur Deutschland).
Vorsorge: Hauptwasserhahn und Wohnungsventil einmal im Jahr auf- und zudrehen (sonst verkalken sie fest) – siehe Jährliche Putzaufgaben und Frühjahrsputz. Waschmaschine mit Aquastop, Wasserhahn zur Maschine bei Urlaub zudrehen.
Stromausfall
Nur bei mir oder überall? Blick aus dem Fenster / ins Treppenhaus / Nachbarn fragen.
- Nur eigene Wohnung → Sicherungskasten prüfen (Kleine Reparaturen, Abschnitt Sicherung/FI).
- Ganze Straße → Störung im Netz. Den Netzbetreiber (nicht den Stromanbieter) informieren; Nummer auf der Stromrechnung.
Taschenlampe statt Kerzen – Kerzen und Teelichter nur in sicheren Haltern, nie unbeaufsichtigt (Brandgefahr).
Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten – so bleibt die Kälte länger erhalten (Verbraucherzentrale). Richtwerte laut Verbraucherzentrale Niedersachsen: Kühlschrank je nach Füllstand und Isolierung etwa 4–6 Stunden, Gefrierschrank bei geschlossener Tür oft bis zu 48 Stunden (gut gefüllt). Steigt das Gefriergut von −18 °C auf −12 °C, bleibt es laut BfR gesundheitlich unbedenklich.
Herd, Bügeleisen, Heizlüfter ausschalten – sonst laufen sie bei Rückkehr des Stroms unbeaufsichtigt an. Empfindliche Geräte (PC) vom Netz trennen.
Keine Holzkohlegrills, Gaskocher ohne Innenraumfreigabe oder Heizpilze in Innenräumen – Kohlenmonoxid-Vergiftung!
Handy sparsam nutzen, Powerbank; batteriebetriebenes oder Kurbelradio für Informationen.
Bei längerem Ausfall: Nachbarn (v. a. Ältere, Menschen mit strombetriebenen Medizingeräten) im Blick behalten.
Notvorrat (Empfehlung des BBK, kurz)
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich möglichst 10 Tage ohne Einkaufen versorgen zu können – auch ein Vorrat für mindestens 3 Tage hilft schon und kann schrittweise aufgebaut werden. (Die Verbraucherzentrale nennt für Stromausfälle 3–5 Tage.)
Bereich
Empfehlung
Trinken
2 l pro Person und Tag (mind. 1,5 l zum Trinken + 0,5 l zum Kochen) → 20 l pro Person für 10 Tage. Säfte und andere Getränke zählen mit. Waschwasser ist nicht eingerechnet.
Essen
Haltbare Lebensmittel, die man auch kalt essen kann: Konserven, Nudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot, Nüsse, Trockenobst, H-Milch. Vorrat in den Alltag einbauen („rollierend“: Altes verbrauchen, Neues nachkaufen).
Siehe Hausapotheke</td>
</tr>
<tr>
<td>Dokumente</td>
<td>Kopien wichtiger Dokumente in einer Dokumentenmappe, etwas Bargeld</td>
</tr>
<tr>
<td>Haustiere</td>
<td>Futter und Wasser einplanen</td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
<p>Kurz: Begründung des BBK – ohne Nahrung kommt ein Mensch unter Umständen drei Wochen aus, ohne Flüssigkeit nur vier Tage.</p>
<hr />
<h2>Häufige Fehler</h2>
<ul>
<li>Wasser auf brennendes Fett.</li>
<li>Lichtschalter betätigen, um den Gasgeruch „zu suchen“.</li>
<li>Erst Wertsachen holen, Türen offen lassen.</li>
<li>Hauptwasserhahn im Ernstfall erst suchen müssen – oder er sitzt fest.</li>
<li>Grill oder Gasheizer bei Stromausfall in der Wohnung.</li>
</ul>
<section class="de-section"><h2><span class="flag" aria-hidden="true"></span>Nur Deutschland</h2>
<blockquote class="de-note"><p>Gilt nur für Deutschland bzw. hängt von Ort, Mietvertrag oder Gemeinde ab. Im Ausland die örtlichen Regeln prüfen.</p>
</blockquote>
<h3>Notfallnummern Deutschland</h3>
<div class="table-wrap"><table>
<thead>
<tr>
<th>Nummer</th>
<th>Wofür</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td><strong>112</strong></td>
<td>Feuerwehr und Rettungsdienst (Notarzt) – europaweit, kostenlos, auch ohne SIM/Guthaben</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>110</strong></td>
<td>Polizei</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>116 117</strong></td>
<td>Ärztlicher Bereitschaftsdienst (nachts/Wochenende, nicht lebensbedrohlich)</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Giftnotruf</strong> (regional, z. B. Berlin 030 19240, Bonn 0228 19240)</td>
<td>Vergiftungen – Liste in [[[WL:Erste-Hilfe-im-Haushalt</td>
</tr>
<tr>
<td>Sperr-Notruf <strong>116 116</strong></td>
<td>EC-/Kreditkarten, Online-Banking sperren</td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
<p>In diesem Text steht „Notruf“ in Deutschland für <strong>112</strong>.</p>
<h3>Feuerlöscher</h3>
<ul>
<li>Für Privathaushalte ist ein Feuerlöscher <strong>nicht vorgeschrieben</strong> – die Anschaffung ist freiwillig (Stiftung Warentest).</li>
<li>Die Prüfung „längstens alle zwei Jahre“ ist nur für Arbeitsstätten vorgeschrieben, nicht für Privatwohnungen (Stiftung Warentest).</li>
<li>Fettbrandlöscher sind im Privatbereich freiwillig.</li>
</ul>
<h3>Wasserschaden und Stromausfall</h3>
<ul>
<li>Wer bei einem Wasserschaden zahlt: [[[WL:Mieter-oder-Vermieter.
Stromausfälle in Deutschland sind meist innerhalb weniger Stunden behoben.