Reinigungsmittel-Übersicht
Für fast den ganzen Haushalt reichen vier Mittel: Allzweckreiniger, Handspülmittel, Scheuermilch bzw. Scheuerpulver und ein saurer Reiniger (Zitronen- oder Essigsäure) (Verbraucherzentrale, UBA). Säure löst Kalk, alkalische Mittel lösen Fett. Desinfektionsmittel braucht ein gesunder Haushalt nicht.
pH-Wert-Logik: Welches Mittel gegen welchen Schmutz
| pH-Bereich | Typische Produkte | Wirkt gegen | Nicht verwenden auf |
|---|---|---|---|
| sauer (pH < 7) | Badreiniger, WC-Reiniger, Entkalker, Essig-/Zitronenreiniger | Kalk, Urinstein, Seifenreste, Rostspuren | Marmor, Kalkstein, Terrazzo, unversiegelter Beton (IKW, Forum Waschen); Aluminium und Edelstahloptik (Stiftung Warentest); ältere, säureempfindliche Emaille (moderne Emaille ist in der Regel säurefest, Forum Waschen); Fugen vorher mit Wasser benetzen (Forum Waschen); Gummidichtungen (Erfahrungswert) |
| neutral (pH ≈ 7) | Neutralreiniger, Spülmittel, Natursteinreiniger | leichter Alltagsschmutz, Fingerabdrücke | fast alles geeignet; besonders materialschonend (Forum Waschen) |
| alkalisch (pH > 7) | Allzweckreiniger (laut Forum Waschen in der Regel leicht alkalisch; die Verbraucherzentrale empfiehlt einen neutralen Allzweckreiniger), Fettlöser, Backofenreiniger, Soda, Kernseife, Grundreiniger | Fett, Eiweiß, eingebrannter Schmutz; Kalk lösen Laugen nicht (IKW) | starke Laugen wie Backofenreiniger: lackierte Flächen, Kunststoff- und Aluminiumteile, nicht jede katalytische Emaille (Stiftung Warentest); geöltes Holz (Stiftung Warentest: Allzweckreiniger verfärbt); Leder (Erfahrungswert) |
Faustregel: Kalk = sauer, Fett = alkalisch. Für normalen Schmutz genügt neutral. Säuren lösen Kalk, wirken aber kaum gegen Fett; Marmor besteht wie Kalk aus Calciumcarbonat und verträgt keine Säure (IKW). Wo die Tabelle „Erfahrungswert“ nennt, fehlt eine geprüfte Quelle.
Die Mittel im Einzelnen
| Mittel | Wofür | Hinweise |
|---|---|---|
| Allzweckreiniger | Böden, Fliesen, Türen, Arbeitsflächen, Kunststoff | Tenside lösen Fett; verdünnt für Böden, unverdünnt gegen hartnäckiges Fett. Nicht auf geöltem Holz – Stiftung Warentest stellte Verfärbungen fest. Nach Packung dosieren (Dosierempfehlungen sind Obergrenzen), meist ca. 1 Verschlusskappe auf 5–8 l Wasser (Erfahrungswert). |
| Handspülmittel | Geschirr, Fett auf glatten Flächen und Arbeitsplatten, Fensterwasser (1 Spritzer) | Kann den Allzweckreiniger ersetzen (Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest). Für Fenster ein Mittel ohne Balsam nehmen (Erfahrungswert). |
| Scheuermilch | Waschbecken, Wanne (Email), Edelstahlspüle, Töpfe, Kalkschichten | Enthält Abrasivstoffe, die Schmutz mechanisch entfernen (IKW). Hartes Scheuermittel hinterlässt auf empfindlichen Flächen Spuren (Stiftung Warentest) – nicht auf Acryl, Kunststoff, Glas, Hochglanz, Chrom. Verbraucherzentrale nennt alternativ Scheuerpulver (Wiener Kalk), Putzstein oder Kratzschwamm für robuste Flächen. |
| Glasreiniger | Fenster, Spiegel, Glastische | Meist verzichtbar: Wasser, Abzieher und trockenes Mikrofasertuch reichen (Verbraucherzentrale); für letzte Schlieren nützlich (IKW). Siehe Fenster-putzen</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Badreiniger (sauer)</strong></td>
<td>Kalk und Seifenreste in Dusche, Wanne, Waschbecken</td>
<td>Auf Zitronen-, Milch- oder Essigsäurebasis bevorzugen; Kraftreiniger mit Amidosulfonsäure (Sulfamidsäure) meiden – schwer abbaubar (UBA laut Stiftung Warentest). Nicht auf Naturstein.</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>WC-Reiniger (sauer)</strong></td>
<td>Urinstein, Kalkränder in der Toilette</td>
<td>Organische Säuren (Zitronen-, Ameisen-, Milchsäure) reichen; das UBA rät von ätzenden Reinigern mit anorganischen Säuren (z. B. Salzsäure) ab.</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Fettlöser (alkalisch)</strong></td>
<td>Dunstabzugshaube, Herdumfeld, Backofen</td>
<td>Nur bei hartnäckigem Fett nötig; Handschuhe tragen. Siehe [[[WL:Backofen-reinigen</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Desinfektionsmittel</strong></td>
<td>Im normalen Haushalt: nichts</td>
<td>Nur in Ausnahmefällen, z. B. bei erhöhtem Infektionsrisiko (Grippe, Norovirus) im Haushalt (IKW) oder auf ärztlichen Rat.</td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
<h2>Desinfektion: meist unnötig</h2>
<ul>
<li>Laut Umweltbundesamt (UBA) genügt im Normalfall die Reinigung mit einem gewöhnlichen Reinigungsmittel, um Mikroorganismen ausreichend zu entfernen; für normale Verschmutzungen in Küche, Bad und WC ist keine Desinfektion nötig. Auch Stiftung Warentest nennt desinfizierende Mittel im normalen Haushalt überflüssig.</li>
<li>Keime besiedeln eine desinfizierte Fläche in normaler Umgebung schon nach wenigen Minuten wieder; viele Drogerie-Desinfektionsreiniger wirken zudem nicht gegen Viren (Verbraucherzentrale Hamburg). Tenside in normalen Putzmitteln beseitigen Keime zu rund 90 % (Verbraucherzentrale Hamburg).</li>
<li>Risiken: Die zum Teil schlecht abbaubaren Wirkstoffe belasten Kläranlagen unnötig; Studien zeigen, dass in Haushalten mit häufigem Desinfektionsmitteleinsatz häufiger Allergien auftreten (UBA). Desinfektionsmittel können außerdem Antibiotikaresistenzen fördern, Allergien und Ekzeme auslösen; Sprühnebel aus Druckdosen ist lungengängig (Verbraucherzentrale Hamburg).</li>
<li>Ausnahme: gezielter Einsatz bei erhöhtem Infektionsrisiko, z. B. Norovirus im Haushalt (IKW), oder ärztliche Anordnung.</li>
<li>Wäsche: Hygienespüler sind überflüssig – ihre desinfizierenden Substanzen können Allergien auslösen und das Abwasser belasten; gelegentlich bei 60 °C mit Vollwaschmittel waschen genügt (Verbraucherzentrale). Siehe [[[WL:Bleiche.
Minimal-Ausstattung (Empfehlung)
Optional: Natron, Soda, Spiritus (siehe Hausmittel zum Putzen), Natursteinreiniger bei Marmor/Kalkstein, Parkettpflege bei Holzböden. Umweltfreundlich kaufen und dosieren
Häufige Fehler
Siehe auch: Welches Mittel für welche Oberfläche, Hausmittel zum Putzen, Putzplan – Übersicht. Siehe auchQuellen 18
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