Erste Hilfe im Haushalt
Erst Eigenschutz, dann Notruf (örtliche Notrufnummer, in Deutschland/EU 112) bei Bewusstlosigkeit, Atemnot, starker Blutung, großen Verbrennungen, Verschlucken von Knopfzellen oder ätzenden Stoffen mit Beschwerden. Bei Vergiftungsverdacht ohne Lebensgefahr: Giftnotruf anrufen, kein Erbrechen auslösen, Verpackung bereithalten. Verbrennungen sofort etwa 20 Minuten unter kühlem fließendem Leitungswasser kühlen (nie eiskalt, nie Eis; laut NHS, WHO und DRK); bei großen Flächen, Säuglingen und älteren Menschen droht Unterkühlung – dort nur die Wunde kühlen, den Rest warm halten, Notruf (Johanniter raten zurückhaltender, s. u.).
Achtung: Diese Notiz ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs und keine ärztliche Beratung. Empfehlung: Alle 2–3 Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs auffrischen (mit Kindern zusätzlich „Erste Hilfe am Kind“; Anbieter in Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland). Im Zweifel immer den Notruf wählen – die Leitstelle hilft auch am Telefon weiter.
Notruf und Grundregeln
| Situation | Wen anrufen |
|---|---|
| Lebensgefahr, Bewusstlosigkeit, Atemnot, starke Blutung, Brand | Notruf (Rettungsdienst/Feuerwehr, örtliche Notrufnummer) |
| Vergiftungsverdacht ohne akute Lebensgefahr | Giftnotruf (örtliches Giftinformationszentrum) |
| Akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten | Ärztlicher Bereitschaftsdienst (örtliche Nummer) |
Die örtlichen Nummern vorab heraussuchen und im Handy speichern; Nummern für Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland.
Notruf (W-Fragen): Wo? Was ist passiert? Wie viele Betroffene? Welche Verletzungen/Beschwerden? Dann warten auf Rückfragen.
Prüfen – Rufen – Drücken (Bewusstlosigkeit):
- Ansprechen, anfassen. Reagiert die Person nicht → laut um Hilfe rufen.
- Atmung prüfen: Kopf nach hinten neigen, Kinn anheben, max. 10 Sekunden sehen, hören, fühlen.
- Atmet normal → stabile Seitenlage (Atemwege bleiben frei, Erbrochenes/Blut kann ablaufen), Notruf, Atmung regelmäßig kontrollieren, zudecken. Schwangere auf die linke Seite.
- Atmet nicht oder nicht normal (Schnappatmung) → Notruf (Lautsprecher an), sofort Herzdruckmassage: Mitte des Brustkorbs, 5–6 cm tief, 100–120 × pro Minute; wer es kann: 30 × drücken, 2 × beatmen. AED (Defibrillator) holen lassen und Anweisungen folgen. Nicht aufhören, bis der Rettungsdienst übernimmt.
Schnittwunde
Kleine Schnittwunde (Küchenmesser, Glas):
- Hände waschen oder Einmalhandschuhe.
- Wunde kurz bluten lassen (spült Keime aus), grobe Verschmutzung mit sauberem Leitungswasser ausspülen.
- Ggf. Wunddesinfektionsmittel (Hausapotheke).
- Pflaster oder steriler Wundverband. Keine Hausmittel (Mehl, Puder, Spucke).
Stärkere Blutung:
- Person hinsetzen oder hinlegen (Kreislauf), Arm/Bein hochhalten.
- Druck direkt auf die Wunde mit steriler Kompresse (notfalls sauberes Tuch).
- Druckverband: Kompresse auf die Wunde, Druckpolster (z. B. ungeöffnetes Verbandpäckchen) darauf, fest mit Binde umwickeln. Blutet es durch: zweites Druckpolster darüber, ersten Verband nicht abnehmen.
- Blutung nicht zu stoppen, spritzend, großer Blutverlust → Notruf.
Zum Arzt bei: klaffenden Wunden (müssen evtl. genäht/geklebt werden – möglichst innerhalb weniger Stunden), tiefen Schnitten an Hand/Fingern (Sehnen, Nerven: Taubheit, Bewegungseinschränkung), Fremdkörpern in der Wunde (nicht herausziehen!), Platzwunden, Bisswunden, stark verschmutzten Wunden. Tetanusschutz prüfen (Auffrischung alle 10 Jahre).
Verbrennung und Verbrühung
Kühlen – die Empfehlung (Stand 11/2026):
- Sofort mit kühlem, fließendem Leitungswasser kühlen, etwa 20 Minuten lang – so empfehlen es NHS (britischer Gesundheitsdienst), WHO und das DRK übereinstimmend. Kühlen lohnt sich laut NHS auch noch, wenn seit der Verletzung bis zu 3 Stunden vergangen sind. Kein fließendes Wasser → kühles Flaschenwasser oder nasses, sauberes Tuch (NHS).
- Kein Eis, kein eiskaltes Wasser, keine Hausmittel.
- Nur die verbrannte Stelle kühlen, den übrigen Körper warm halten. Die WHO nennt die 20 Minuten ausdrücklich für kleinere Verbrennungen, wo das gefahrlos möglich ist; Ziel ist nie, die ganze Person abzukühlen. Bei großflächigen Verbrennungen, Säuglingen/Kleinkindern und älteren Menschen droht Unterkühlung: vorsichtig kühlen, aufhören, sobald die Person zittert oder friert, Notruf wählen und die Behandlung nicht durchs Kühlen verzögern.
- Die WHO weist darauf hin, dass die optimale Kühldauer wissenschaftlich nicht abschließend geklärt ist; sofortiges Kühlen unter fließendem Wasser wird aber überall empfohlen.
Achtung – abweichende Empfehlung: Die Johanniter (Pressemitteilung 11/2025) und ältere DRK-Hinweise (DRK-Bundesarzt 2017/2019, einige DRK-Kreisverbände) raten zurückhaltender: nur kleine Verbrennungen (Johanniter: „etwa an einem Finger“; DRK alt: bis Handflächengröße) kühlen, max. 10 Minuten mit handwarmem Wasser (ca. 20 °C); größere Flächen (Johanniter 2022: größer als ein Unterarm) nicht kühlen, sondern warm halten (Rettungsdecke). Beide Sichtweisen sind sich einig: kein Eis, Unterkühlung vermeiden, bei großen Verbrennungen und kleinen Kindern Notruf.
- Hitzequelle beenden: Flammen löschen (Decke, Wälzen), Person aus dem Gefahrenbereich.
- Verbrühung: Mit heißer Flüssigkeit durchtränkte Kleidung sofort entfernen (sie hält die Hitze). Eingebrannte/festklebende Kleidung nicht abreißen – umschneiden.
- Ringe, Uhren, Armbänder abnehmen, bevor es anschwillt.
- Kühlen wie oben beschrieben (kühles fließendes Leitungswasser, etwa 20 Minuten, nicht eiskalt); aufhören, wenn die Person friert oder zittert.
- Locker und keimfrei abdecken: Brandwunden-Verbandtuch (metallisiert) oder sterile Kompresse; bei größerer Fläche Rettungsdecke gegen Auskühlen.
- Blasen nicht öffnen.
- Keine Hausmittel: kein Mehl, keine Butter, kein Öl, keine Zahnpasta, kein Quark.
Notruf oder Arzt bei:
- Verbrennungen größer als die Handfläche (bei Kindern schon kleiner), Blasenbildung über größere Flächen, weißer/schwarzer Haut (tiefe Verbrennung)
- Gesicht, Hände, Füße, Gelenke, Genitalbereich
- Verbrennungen durch Strom oder Chemikalien
- eingeatmetem Rauch oder heißen Gasen (Heiserkeit, Husten, Ruß im Gesicht) → Notruf
- Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen grundsätzlich ärztlich vorstellen
Vergiftung und Verätzung durch Reinigungsmittel
Typische Unfälle: Kinder trinken Entkalker, Rohrreiniger, Spülmaschinentabs, Waschmittelkapseln, Lampenöl; Erwachsene verwechseln umgefüllte Flaschen; Chlorgas durch Mischen (Reinigungsmittel nicht mischen).
Sofort:
- Ruhe bewahren, Reste aus dem Mund entfernen bzw. ausspucken lassen, Mund ausspülen.
- Kein Erbrechen auslösen! Ätzende Stoffe schädigen die Speiseröhre beim Hochkommen ein zweites Mal; schäumende Mittel (Tenside) und Lampenöl können in die Lunge gelangen.
- Keine Milch, kein Salzwasser – „Milch trinken“ ist ein überholter Ratschlag: Milch kann die Aufnahme von Giftstoffen ins Blut beschleunigen und Erbrechen auslösen; Salzwasser kann bei Kleinkindern eine Salzvergiftung verursachen (gesund.bund.de, Stiftung Warentest, BfR). Auch keine kohlensäurehaltigen Getränke. Bei Säuren/Laugen (Entkalker, Rohrreiniger, Grillreiniger) laut Bundesgesundheitsportal schluckweise 1–2 Gläser Wasser oder Tee. Bei schäumenden Mitteln (Spülmittel, Waschmittel, Kapseln) laut Bundesgesundheitsportal nichts nachtrinken (verstärkt das Schäumen), Reste mit wenig Wasser aus dem Mund entfernen; falls vorhanden, einen Teelöffel Entschäumer (Wirkstoff Simeticon/Dimeticon) geben – Rücksprache mit dem Giftnotruf.
- Giftnotruf anrufen – bei Bewusstlosigkeit, Atemnot, Krampfanfall, starken Schmerzen oder Speichelfluss direkt Notruf.
- Verpackung/Flasche mitnehmen bzw. bereithalten.
Dem Giftnotruf sagen: Wer (Alter, Gewicht)? Was (Produktname, Inhaltsstoffe vom Etikett)? Wie viel (Schluck, Tablette, Menge)? Wann? Welche Beschwerden? Was wurde schon getan?
Verätzung der Haut: Verunreinigte Kleidung ausziehen (Handschuhe – Eigenschutz), Haut sofort und gründlich unter fließendem, lauwarmem Wasser spülen (Richtwert 10–15 Minuten), Wunden keimfrei abdecken, unverletzte Körperteile warm halten, Rettungsdienst bzw. Arzt.
Spritzer ins Auge:
- Sofort spülen – mit Leitungswasser, nicht nach Spezialflüssigkeit suchen.
- Auge mit zwei Fingern aufhalten, Kopf zur verletzten Seite neigen, Wasser vom inneren zum äußeren Augenwinkel laufen lassen (gesundes Auge schützen). Kontaktlinsen herausnehmen, wenn es leicht geht.
- 10–15 Minuten mit laufendem, lauwarmem Wasser spülen (Bundesgesundheitsportal); kein Wasserhahn in der Nähe → Mineralwasser.
- Danach Auge keimfrei abdecken, Notruf bzw. sofort Augenarzt/Augenklinik. Verpackung mitnehmen.
Giftnotruf
Die Nummer des örtlich zuständigen Giftinformationszentrums vorab heraussuchen und ins Handy speichern. Im Notfall gilt: lieber irgendein Giftnotruf oder direkt der Notruf als gar kein Anruf. Zentren in Deutschland → siehe Abschnitt Nur Deutschland.
Stromunfall
- Eigenschutz: Verunglückte Person nicht anfassen, solange sie mit Strom in Kontakt ist.
- Strom unterbrechen: Gerät ausschalten, Stecker ziehen oder Sicherung ausschalten. Geht das nicht: auf isolierendem Untergrund (trockenes Holz, Gummimatte, Zeitungsstapel) stehen und die Person mit einem nicht leitenden Gegenstand (trockener Holzbesenstiel) vom Leiter trennen.
- Notruf, dabei „Stromunfall“ nennen.
- Bewusstsein und Atmung prüfen → stabile Seitenlage bzw. Wiederbelebung (s. o.).
- Strommarken (Ein-/Austrittsstellen) locker keimfrei abdecken.
Ärztliche Abklärung: Laut DGUV ist wegen der Gefahr von Herzrhythmusstörungen nach einem Stromunfall eine umgehende ärztliche Vorstellung notwendig – auch nach einem vermeintlich harmlosen „Wischer“. Dort folgen Befragung, Untersuchung und 12-Kanal-EKG, ggf. Rhythmus-Monitoring. Sofort Notruf bei Bewusstlosigkeit (auch kurz), Herzrasen/Herzstolpern, Brustschmerz, Atemnot oder Verbrennungen. Im Zweifel: zum Arzt.
Sturz
- Person nicht sofort hochziehen. Ansprechen, nach Schmerzen fragen.
- Notruf bei: Bewusstlosigkeit (auch kurz), Sturz auf den Kopf mit Erbrechen, Verwirrtheit, Kopfschmerz, Blutung aus Ohr/Nase; Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung (Nacken-/Rückenschmerz, Kribbeln, Lähmung) – dann nicht bewegen; Verdacht auf Hüft-/Oberschenkelbruch (Bein verkürzt/nach außen gedreht, kann nicht aufstehen); Blutverdünner und Kopfanprall.
- Prellung, Verstauchung: PECH-Regel – Pause, Eis (Kühlpack in Tuch, nie direkt auf die Haut, 10–20 Minuten), Compression (elastische Binde), Hochlagern.
- Ältere Person kommt nicht allein hoch und ist unverletzt: über Seitenlage auf die Knie, an stabilem Stuhl hochstützen. Lag sie lange am Boden → ärztlich abklären (Unterkühlung, Muskelschäden).
Vorbeugen: Rauchmelder und Sicherheit im Haushalt (Stolperfallen).
Fremdkörper verschluckt
In die Speiseröhre (verschluckt, Person atmet normal)
| Was | Was tun |
|---|---|
| Knopfzelle/Lithium-Batterie | Sofort Kinderklinik/Notaufnahme, schon bei Verdacht (BfR). In den ersten Stunden oft keine Symptome, aber schwere Verätzungen der Speiseröhre möglich. Nichts essen oder trinken geben, kein Erbrechen auslösen. Gerät/Batterieverpackung mitnehmen. |
| Magnete (v. a. mehrere oder Magnet + Metallteil) | Sofort ärztlich abklären (Notaufnahme) – Magnete können Darmwände zusammenklemmen und durchbrechen. |
| Kleine, stumpfe Gegenstände (Münze, Murmel) ohne Beschwerden | Kinderarzt/Arzt anrufen und Vorgehen besprechen. Bei Schluckbeschwerden, Speichelfluss, Bauchschmerz, Erbrechen → sofort Klinik. |
| Spitze Gegenstände (Nadel, Glas) | Sofort Klinik. |
| Waschmittelkapsel, Tab, Medikament | Siehe Vergiftung → Giftnotruf. |
In die Atemwege (Verschlucken mit Erstickungsgefahr)
- Kräftig husten lassen – solange die Person hustet, nicht eingreifen, sondern ermutigen.
- Husten wird schwach / Person kann nicht sprechen oder atmen → Notruf rufen (lassen).
- Bis zu 5 kräftige Schläge mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter (Oberkörper nach vorn gebeugt); nach jedem Schlag prüfen, ob sich der Fremdkörper gelöst hat (DRK).
- Hilft das nicht: bis zu 5 Oberbauchkompressionen (Heimlich-Handgriff: von hinten umfassen, Faust zwischen Nabel und Brustbeinende, kräftig nach hinten oben ziehen) bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Jahr; bei Säuglingen stattdessen: Kind in Bauch- und Kopftieflage (z. B. auf Unterarm oder Oberschenkel), bis zu 5 feste Schläge zwischen die Schulterblätter, Mund kontrollieren, dann bis zu 5 Brustkorbkompressionen am unteren Brustbein (Kinderärzte im Netz). Wechselnd wiederholen, bis der Rettungsdienst da ist; bei Fremdkörper in den Atemwegen keine Mund-zu-Mund-Beatmung.
- Bewusstlos → Wiederbelebung beginnen.
- Nach Heimlich-Handgriff immer ärztlich untersuchen lassen (innere Verletzungen möglich).
Diese Handgriffe müssen geübt werden – genau dafür ist ein Kurs da.
Nasenbluten
- Hinsetzen, Kopf leicht nach vorn beugen – nicht in den Nacken legen (Blut läuft sonst in Rachen und Magen → Übelkeit, Erbrechen, Gefahr für die Atemwege).
- Blut ausspucken bzw. abtropfen lassen.
- Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger 10–15 Minuten fest zusammendrücken (bei Kindern etwa 10 Minuten), durch den Mund atmen. Nicht zwischendurch nachsehen (ADAC).
- Zusätzlich: kaltes, feuchtes Tuch oder eingewickeltes Kühlpack in den Nacken (unterstützend, ersetzt nicht das Drücken).
- Keine Taschentücher oder Watte in die Nase stopfen.
Arzt/Notruf bei: Blutung lässt sich nicht innerhalb von 15–20 Minuten stoppen (bei Kindern nicht deutlich länger als 10 Minuten warten, ADAC), sehr starker Blutung, Nasenbluten nach Sturz/Schlag auf Kopf oder Nase, Einnahme von Blutverdünnern, häufigem Nasenbluten ohne Grund.
Insektenstich
- Stachel (nur Bienen lassen ihn stecken) sofort entfernen – mit Fingernagel oder Karte seitlich wegschieben/abkratzen. Gift nicht aussaugen.
- Kühlen mit Kühlpack in Tuch (Eis nie direkt auf die Haut), Hochlagern bei Stichen an Arm/Bein.
- Juckreiz: kühlende Gele/Antihistaminika-Gel aus der Apotheke. Nicht kratzen.
Achtung – sofort Notruf: - Stich in Mund oder Rachen (z. B. Wespe im Getränk) – auch bei Nicht-Allergikern: Die Schwellung kann die Atemwege verschließen. Bis der Rettungsdienst kommt: Eiswürfel lutschen lassen, Hals außen kühlen (kalte Umschläge). - Allergische Reaktion: Schwellung im Gesicht, Quaddeln am ganzen Körper, Atemnot, Heiserkeit, Schwindel, Übelkeit, Kreislaufprobleme. Vorhandenes Notfallset (Adrenalin-Autoinjektor) sofort benutzen, Person bei Atemnot sitzen lassen, bei Kreislaufproblemen hinlegen und Beine hoch, bewusstlos mit Atmung → stabile Seitenlage.
Zum Arzt bei Rötung, die sich über Tage ausbreitet, Fieber oder rotem Streifen (Entzündung), sowie nach Zeckenstich mit Wanderröte.
Häufige Fehler
- Erbrechen auslösen oder Milch geben bei Vergiftung.
- Wasser auf Fettbrand; Verbrennungen mit Eis oder eiskaltem Wasser kühlen bzw. große Flächen kühlen, bis die Person friert.
- Kopf in den Nacken bei Nasenbluten.
- Person vom Stromkreis wegziehen, ohne den Strom abzuschalten.
- Knopfzellen-Verdacht „erst mal beobachten“.
- Auflegen beim Notruf, bevor die Leitstelle fertig ist.
Nur Deutschland
Gilt nur für Deutschland bzw. hängt von Ort, Mietvertrag oder Gemeinde ab. Im Ausland die örtlichen Regeln prüfen.
Notrufnummern
| Situation | Nummer |
|---|---|
| Lebensgefahr, Bewusstlosigkeit, Atemnot, starke Blutung, Brand | 112 |
| Vergiftungsverdacht ohne akute Lebensgefahr | Giftnotruf (siehe Tabelle unten) |
| Akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten | 116 117 |
Erste-Hilfe-Kurse: DRK, Johanniter, Malteser, ASB bieten eintägige Kurse an.
Giftinformationszentren (24 h erreichbar)
| Zentrum | Telefon |
|---|---|
| Berlin (Berlin, Brandenburg) | 030 19240 |
| Bonn (Nordrhein-Westfalen) | 0228 19240 |
| Erfurt (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) | 0361 730730 |
| Freiburg (Baden-Württemberg) | 0761 19240 |
| Göttingen (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) | 0551 19240 |
| Mainz (Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland) | 06131 19240 |
| München (Bayern) | 089 19240 |
Alle Nummern abgeglichen mit dem BfR-Verzeichnis (abgerufen 11/2026). Das Giftinformationszentrum des eigenen Bundeslands anrufen (Zuständigkeit siehe Tabelle; Empfehlung des Giftnotrufs Charité im BfR-Podcast) und dessen Nummer ins Handy speichern. Im Notfall gilt: lieber irgendein Zentrum oder direkt 112 als gar keinen Anruf.
Verwandte Notizen
Quellen 35
- Risiko – Der BfR-Podcast: Vergiftungsunfälle bei Kindern: Was im Ernstfall zu tun ist (013) – https://podcast.bfr.bund.de/13-vergiftungsunfalle-bei-kindern-was-im-ernstfall-zu-tun-ist
- Verbrennungen & Brandwunden behandeln – DRK e.V. – https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/verbrennungen/
- Weihnachten und Silvester: DRK gibt Erste-Hilfe-Tipps bei Verbrennungen (19.12.2019) – https://www.drk.de/presse/pressemitteilungen/meldung/weihnachten-und-silvester-drk-gibt-erste-hilfe-tipps-bei-verbrennungen/
- Verbrennungen – DRK Kreisverband Rhein-Hunsrück e.V. – https://www.rhk.drk.de/angebote/erste-hilfe/kleiner-lebensretter/verbrennungen.html
- DRK-Gesundheitstipp – Landesverband Oldenburg e.V. (17.05.2017) – https://www.lv-oldenburg.drk.de/mediathek/pressemeldungen/aktuelle-meldungen/meldung/drk-gesundheitstipp.html
- Burns and scalds – NHS (englisch) – https://www.nhs.uk/conditions/burns-and-scalds/
- Burns (Fact sheet) – WHO (englisch) – https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/burns
- Weihnachtszeit ist Verbrennungszeit – Johanniter (29.11.2025) – https://www.johanniter.de/presse/nachricht/weihnachtszeit-ist-verbrennungszeit-8124/
- Erste Hilfe bei Brandwunden: Richtig handeln – Johanniter (14.12.2022) – https://www.johanniter.de/presse/nachricht/brandverletzungen-richtig-behandeln-8262/
- Erste Hilfe bei Vergiftungen – gesund.bund.de – https://gesund.bund.de/erste-hilfe-bei-vergiftungen
- Vergiftungen: Wo Sie im Ernstfall Hilfe finden – Stiftung Warentest – https://www.test.de/Vergiftungen-Wo-Sie-im-Ernstfall-Hilfe-finden-4767190-0/
- Kinder vor Vergiftungen schützen – BfR – https://www.bfr.bund.de/presseinformation/kinder-vor-vergiftungen-schuetzen-1/
- Giftinformationszentren in Deutschland – BfR – https://www.bfr.bund.de/deutsches-produktregister-depro/giftinformationszentren-in-deutschland/
- Gefährliche Verätzungen im Hals: Fragen und Antworten zu Knopfzellen – BfR – https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/gefaehrliche-veraetzungen-im-hals-fragen-und-antworten-zu-knopfzellen/
- Knopfzelle, Magnet oder Gelperle verschluckt? Das ist ein Notfall – Apotheken Umschau – https://www.apotheken-umschau.de/therapie/erste-hilfe/bei-kindern/knopfzelle-magnet-wasserperle-verschluckt-was-eltern-tun-sollten-917751.html
- Ersticken – Erste Hilfe – DRK e.V. – https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/ersticken/
- Herz-Lungen-Wiederbelebung – DRK e.V. – https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/herz-lungen-wiederbelebung/
- Stromschlag – DRK e.V. – https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/stromschlag/
- Fachinformation zur Vorstellung beim Arzt nach Stromunfall aktualisiert – DGUV – https://dguv.de/fb-erstehilfe/nachrichten/meldungen-2016/strom/index.jsp
- Besondere Maßnahmen zur Blutstillung im Rahmen der betrieblichen Ersten Hilfe (PDF) – DGUV – https://dguv.de/medien/fb-erstehilfe/de/documents/fachinformation_besondere_blutstillung.pdf
- Erste Hilfe: Blutungen richtig versorgen (Einfache Sprache) – Apotheken Umschau – https://www.apotheken-umschau.de/einfache-sprache/erste-hilfe/erste-hilfe-blutungen-richtig-versorgen-807921.html
- Insektenstiche – DRK e.V. – https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/insektenstiche/
- Wespenstich: Symptome, Erste Hilfe und wann es gefährlich wird – Apotheken Umschau – https://www.apotheken-umschau.de/therapie/erste-hilfe/was-tun-bei-einem-wespenstich-786629.html
- Insektenstich (Einfache Sprache) – Apotheken Umschau – https://www.apotheken-umschau.de/einfache-sprache/erste-hilfe/insektenstich-821989.html
- Stabile Seitenlage (Einfache Sprache) – Apotheken Umschau – https://www.apotheken-umschau.de/einfache-sprache/erste-hilfe/stabile-seitenlage-796347.html
- Nasenbluten: harmlos oder gefährlich? – ADAC – https://www.adac.de/gesundheit/krankheiten/nasenbluten/
- Schnittwunde versorgen (Druckverband, nicht abbinden) – ADAC – https://www.adac.de/gesundheit/gesund-unterwegs/vorsorge/schnittwunde-versorgen/
- Verschluckte Gegenstände (Sofortmaßnahmen bei Säuglingen) – Kinderärzte im Netz – https://www.kinderaerzte-im-netz.de/erste-hilfe/sofortmassnahmen/verschluckte-gegenstaende/
Nicht geprüft (Seite nicht erreichbar):
- apotheke adhoc: Erste Hilfe – Fünf Tipps bei Verbrennungen – https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pta-live/erste-hilfe-fuenf-tipps-bei-verbrennungen/
- Wikibooks: Erste Hilfe/Verbrennung – https://de.wikibooks.org/wiki/Erste_Hilfe/_Verbrennung
- Unfallkasse Hessen: Verätzungen – Fachinformation (PDF) – https://hilfen-zum-helfen.ukh.de/pdf-unterricht/19_Veraetzungen-Fachinfo.pdf
- BGN: Augenunfälle (Vortrag, S1-Leitlinie DOG 2025) – https://www.bgn.de/erfurter-tage/Vortrag_Kunert_Augenunfaelle_Erfurter_Tage_2025.pdf
- Suva: Stromschlag – was tun? – https://www.suva.ch/de-ch/ueber-uns/magazin-und-medien/magazin/stromschlag-was-tun
- apotheke adhoc: Erste Hilfe bei Nasenbluten – https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pta-live/erste-hilfe-bei-nasenbluten/
- DRK Sachsen: Stabile Seitenlage – https://drksachsen.de/leichte-sprache/angebote/hilfe-in-notlagen/erste-hilfe-schnell-erklaert/stabile-seitenlage.html