Sonstiges

Müll vermeiden

Mit Abschnitt „Nur Deutschland“9 Quellen
Kurz gesagt

Der beste Müll ist der, der gar nicht entsteht: Vermeiden steht in der Abfallhierarchie vor Wiederverwenden und Recyceln. Die größten Hebel im Alltag sind Leitungswasser statt Flaschen, Mehrweg statt Einweg, unverpackt einkaufen und keine Lebensmittel wegwerfen.

Die Abfallhierarchie

  1. Vermeiden – gar nicht erst kaufen/annehmen
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung – reparieren, weitergeben, Mehrweg
  3. Recyceln – richtig trennen, siehe Mülltrennung
  4. Sonstige Verwertung (insbesondere energetische Verwertung)
  5. Beseitigen (Deponie)

Einkaufen

  • Einkaufstasche, Rucksack, Gemüsenetze immer dabei; Obst und Gemüse lose kaufen.
  • Unverpackt oder an der Bedientheke mit eigener Dose kaufen (bei vielen Theken möglich, vorher fragen).
  • Großpackungen statt Portionspackungen (Joghurt, Snacks), sofern sie aufgebraucht werden.
  • Nachfüllpackungen für Spül-, Wasch- und Handseife.
  • Fertiggerichte und Lieferessen mit viel Verpackung reduzieren.

Getränke

  • Leitungswasser trinken, wo es Trinkwasserqualität hat (örtlich prüfen): spart Flaschen und Schleppen. Bei sehr alten Hausleitungen kurz ablaufen lassen, bis das Wasser kühl kommt.
  • Sonstige Getränke in Mehrwegflaschen kaufen, wo es ein Mehrweg-/Pfandsystem gibt, möglichst aus der Region.
  • Mehrwegbecher für Coffee-to-go; nach Mehrwegangebot fragen oder eigenes Gefäß mitbringen. Pfandsätze und Mehrweg-Pflichten → siehe Abschnitt Nur Deutschland.

Küche und Lebensmittel

  • Einkaufsliste schreiben, Vorräte vorher prüfen.
  • Richtig lagern, damit nichts verdirbt: Lebensmittel lagern, Kühlschrank: Zonen und Einräumen.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum: ansehen, riechen, probieren (Ausnahme: Verbrauchsdatum bei Hackfleisch, rohem Fisch u. Ä.).
  • Reste einfrieren oder am Folgetag verwerten.
  • Bienenwachstücher, Dosen, Teller-über-Schüssel statt Alu- und Frischhaltefolie.

Haushalt und Bad

  • Akkus statt Einwegbatterien.
  • Stückseife, festes Shampoo, Rasierhobel statt Einwegrasierer.
  • Waschbare Putzlappen und Mikrofasertücher statt Küchenrolle und Feuchttücher.
  • Konzentrate und Nachfüllflaschen für Reiniger.

Papier und Werbung

  • Werbung abbestellen: Briefkasten-Aufkleber und Widerspruch beim Absender, wo üblich bzw. möglich → siehe Abschnitt Nur Deutschland.
  • Rechnungen, Kontoauszüge, Verträge digital.
  • Kassenbon ablehnen, wenn nicht gebraucht.

Reparieren, weitergeben, teilen

  • Repair-Café oder Fachwerkstatt vor Neukauf prüfen.
  • Gebrauchtes kaufen/verkaufen (Kleinanzeigen, Flohmarkt, Sozialkaufhaus).
  • Selten genutzte Geräte (Bohrmaschine, Teppichreiniger) leihen: Nachbarschaft, Leihladen, Baumarkt.
  • Gut erhaltene Kleidung in Altkleidercontainer seriöser Träger oder Kleiderkammer.

Häufige Fehler

  • Einweg-„Bio“-Plastik für umweltfreundlich halten – es wird meist nicht kompostiert, sondern verbrannt.
  • Viele Kaffeekapseln: auf 6,5 g Kaffee kommen ca. 3,4 g Verpackung. Alternative: Filter, Vollautomat, wiederbefüllbare Kapsel.
  • Mineralwasser in Einweg-PET kaufen, obwohl Leitungswasser verfügbar ist.

Nur Deutschland

Gilt nur für Deutschland bzw. hängt von Ort, Mietvertrag oder Gemeinde ab. Im Ausland die örtlichen Regeln prüfen.

Leitungswasser, Pfand und Mehrweg

  • Leitungswasser ist in Deutschland streng kontrolliert.
  • Pfand auf Mehrwegflaschen: 8 bzw. 15 Cent.
  • Gastronomie, die Essen in Einweg-Kunststoff oder Getränke in Einwegbechern (egal aus welchem Material) zum Mitnehmen verkauft, muss seit Januar 2023 auch eine Mehrwegvariante anbieten (ggf. gegen Pfand) und darauf hinweisen. Ausnahme: Kleinbetriebe mit höchstens 5 Beschäftigten und höchstens 80 m² Ladenfläche – diese müssen mitgebrachte Gefäße befüllen (Verbraucherzentrale).

Werbung abbestellen

  • Aufkleber „Bitte keine Werbung“ plus „Keine kostenlosen Zeitungen einwerfen“ am Briefkasten – der Werbe-Aufkleber allein hält Wochenblätter nicht ab (Verbraucherzentrale Hamburg).
  • Persönlich adressierte Werbung erfasst der Aufkleber nicht: dem Absender formlos per Einwurf-Einschreiben widersprechen. Als „Grobfilter“ zusätzlich in die Robinsonliste des Deutschen Dialogmarketing Verbands (DDV) eintragen (online unter ddv-robinsonliste.de) – sie wirkt aber nur bei DDV-Mitgliedsunternehmen, eine Garantie ist sie nicht (Verbraucherzentrale Hamburg).

Entsorgung und Statistik

  • Kassenbons aus Thermopapier gehören in den Restmüll.
  • Kaffeekapseln: 2022 rund 2,8 Mrd. Kapseln bzw. 9.700 t Aluminium-, Plastik- und Papierabfall in Deutschland (Berechnung der DUH).

Siehe auch

Quellen 9